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In der Nacht leiden immer mehr Personen unter dem Fluglärm. Die Swiss hat dies im Abstimmungskampf um den Flughafen verschwiegen.
Die Stimmberechtigten des Kantons Zürich haben Ende 2011 entschieden: Der Flughafen darf wachsen. Im Abstimmungskampf mitgemischt hat auch die Fluggesellschaft Swiss. Sie behauptete, dass dank modernerer Flugzeuge der Lärmteppich um den Flughafen in den letzten 25 Jahren stetig geschrumpft sei. Als Beleg veröffentlichte Swiss eine Karte mit immer kleiner werdenden Gebieten, in denen der Lärmgrenzwert von 60 Dezibel (dB) überschritten wird.
Das ist nur die halbe Wahrheit. Richtig ist: Gebiete, die tagsüber übermässig belärmt werden, sind kleiner geworden. Anders in der Nacht. Der im letzten Dezember veröffentlichte Zürcher Fluglärmindex für die Jahre 2005 bis 2010 zeigt: Die Zahl der von 22 bis 6 Uhr stark vom Fluglärm belästigten Personen stieg um 56,2 Prozent. Gewachsen ist auch das beschallte Gebiet.
Am Tag liegt der Lärmgrenzwert bei 60 dB, in der Nacht bei 50 dB. Das scheint leise, entsprechen doch 60 dB einem Gespräch in normaler Lautstärke. Aber: Ob an einem Ort der Grenzwert eingehalten wird, berechnet die Empa aufgrund von Modelldaten über den Tag respektive die ganze Nacht samt Pausen zwischen den Flügen. Die ETH Zürich hat in Eschikon ZH, über das die Flieger in rund 200 Metern Höhe donnern, für den Jumbolino einen Lärmpegel von 79 dB gemessen. Beim Schlafen sind plötzliche akustische Veränderungen bereits ab 25 dB störend.
28. Januar 2012 | Thomas Lattmann, Redaktion saldo
