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«Ich habe eine Pechsträhne», klagte eine junge Coiffeuse am Telefon: «Vielleicht können Sie mir helfen.»
«Ich will es versuchen», antwortete ich. Nach einem schweren Seufzer berichtete die Frau, eine Kundin habe sie wegen angeblich verpfuschter Dauerwellen öffentlich beleidigt und 800 Franken Schadenersatz gefordert. Ausserdem verlange ein Branchenregister 3150 Franken für einen Eintrag. Sie könne sich aber an keinen solchen Auftrag erinnern. Bereits habe eine Inkassofirma mit der Betreibung gedroht. «Ich bin ruiniert!», zog die Coiffeuse erschüttert Bilanz.
«Machen Sie sich keine Sorgen. Sie müssen nichts zahlen», tröstete ich die Jungunternehmerin und erklärte, die Forderung der aufgebrachten Kundin dürfe sie getrost ignorieren. Auch die Drohung des Inkassobüros müsse sie nicht für bare Münze nehmen. Denn die dubiosen Verträge solcher Registerfirmen seien wegen Täuschung anfechtbar.
«Sie rettender Engel!», jubilierte die Coiffeuse und wollte mich für den tollen Bescheid unbedingt belohnen. Dies lehnte ich jedoch entschieden ab. saldo-Abonnenten dürfen sich bei uns immer kostenlos beraten lassen.
Die dankbare Haarkünstlerin wollte sich indessen nicht abwimmeln lassen: «Dann kommen Sie halt spontan bei mir im Salon vorbei», schlug sie vor. «Ich zaubere Ihnen eine Frisur vom Feinsten!»
Das dürfte bei mir nicht ganz einfach sein.
28. Januar 2012 | Hans Ruedi Schmid
