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Artikel | saldo 14/2011

Bundesrat schützt Roaming-Abzockerei

Der Bundesrat lehnt eine Obergrenze für Handy-Ausland­tarife ab – trotz einer Petition mit rund 56 000 Unterschriften.

Die Ausland-Handytarife der Schweizer Telekomkonzerne bleiben extrem hoch: Der Bundesrat will keine Obergrenze für die Preise bei Ausland-Handygesprächen festlegen, wie dies die EU im Juli dieses Jahres tat.

Im Juni forderten 56 000 Leser von saldo, «K-Tipp» und dem welschen Konsumentenmagazin «Bon à Savoir» in einer Petition an Bundesrätin Doris Leuthard eine Maximalgrenze wie in den anderen europäischen Staaten. Gestützt darauf inter­ve­nierten Nationalrätin Ursula Wyss (SP) und Nationalrat Thomas Fuchs (SVP) im Parlament. Ohne Erfolg, wie aus der Antwort des Bundesrats vom 7. September hervorgeht.

Schweizer zahlen im Ausland für ein Handygespräch in die Schweiz bis 2 Franken pro Minute. Die EU senkte die Maximaltarife für Auslandgespräche, SMS und Datenübertragung im Juli auf rund 49 Rappen pro Minute für abgehende Gespräche.

Die Haltung des Bundesrates ist nicht ganz uneigennützig: Die Schweizer Mobilfunkunternehmen machen nach Berechnungen des «K-Tipp» pro Jahr allein dank der überrissenen Rechnungen für das Roaming mindestens 330 Millionen Franken Gewinn. Der grösste Mobilfunkkonzern der Schweiz heisst Swisscom. Die Gewinne gehen zu einem Teil in die Bundeskasse.   

10. September 2011 | Stefan Schuppli, Redaktion saldo


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