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Weil Erdgas teurer wird, schlägt in Zürich auch das Bio-Gas auf. Obwohl das nichts miteinander zu tun hat.
Ab dem 1. Juli zahlen in Zürich Bezüger von Erdgas für Heizungen gut 10 Prozent mehr. Die Kilowattstunde (kWh) kostet dann 8,2 Rappen. Der städtische Energieversorger begründet die Preiserhöhung mit den Beschaffungspreisen, die «in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen» seien.
Gleichzeitig mit der Preiserhöhung beim Erdgas kündigte das Zürcher Gaswerk auch einen Aufschlag bei Bio-Gas an. Das hundertprozentige Bio-Gas wird 0,4 Rappen pro kWh teurer, obwohl dieses mit den Erdgaspreisen nichts zu tun hat.
Den Aufschlag begründet Erdgas Zürich gegenüber saldo mit höheren Kosten bei der Aufbereitung des Bio-Gases, das Erdgas Zürich unter anderem vom Energiekonzern Axpo bezieht. Doch Tatsache ist: Erdgas Zürich hat mit der Axpo langfristige, preislich fixierte Lieferverträge.
Dass es auch anders geht, zeigt die Bio-Power AG, die Bio-Gas-Produzentin in der Nordwestschweiz. Sie verzichtet auf höhere Preise. Sie ist an die Lieferverträge mit den Industriellen Werken Basel gebunden. Diese verlangen übrigens auch keinen Aufschlag fürs Erdgas.
Andere Versorger wie die Energie- und Wasserwerke in Bern haben schon im Oktober 2010 den Erdgaspreis erhöht. Das Schweizer Erdgasgeschäft funktioniert grundsätzlich nach eigenartigen Regeln: So folgt der Schweizer Erdgaspreis dem Ölpreis mit einer Verzögerung von sechs bis neun Monaten.
Dies, weil ohne zwingenden Grund die internationalen Gaslieferverträge meist an den Ölpreis gebunden sind. Dieser ist in den letzten 12 Monaten von 75 Dollar auf 120 Dollar gestiegen.
Beteiligung an konkursiter Sägerei
Übrigens: Der Staatsbetrieb Erdgas Zürich scheint keine Geldsorgen zu haben. Immerhin interessiert sich das Unternehmen dafür, rund 15 Millionen Franken in die konkursite Sägerei Domat/Ems zu investieren.
19. Juni 2011 | Stefan Schuppli, Redaktion saldo
