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Artikel | K-Tipp 15/2010

«Für die Betroffenen ist WLAN schrecklich»

Empfindliche Leute erleben die hausgemachte Netzwerkstrahlung als besonders aggressiv. Oft hilft Verhandeln oder Abschirmen. Vielen bleibt aber nur die Flucht – oder sie resignieren.

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Kommentare (4)

 
  • MICROWAVE | 10.10.2010, 14:04

    WLAN ausgeschaltet

    Es ist schon eine Weile her, als meine Nachbarin an meiner Türe
    klopfte und für das abschalten meines WLAN warb. Sie könne
    wegen dem Ding nicht schlafen und hielt mir noch ein KTIPP aus dem
    Jahr 2005 (glaube ich) unter die Nase, wo die gleiche Geschichte schon
    mal abgehandelt war. Ich ging am nächsten Tag zu Ihr und teilte
    Ihr mit, dass ich Sie verstehe und ab sofort nur noch am Kabel Surfe.
    Sie hat mich sogar dafür bei Ihr zum Nachtessen eingeladen Doch
    ich habe geflunkert, ich habe das Ding einfach für Ihr Laptop
    Unsichtbar gemacht, den Broadcast ausgeschaltet. Die Frau hatte ab
    sofort keine Beschwerden mehr. Sie zog erst nach 4 Jahren Weg, als in
    der nähe eine Handy-Antenne installiert wurde. Sie könne
    wegen der Strahlung seit kurzem nicht mehr schlafen.

    Ich weiss, ich war gemein, aber glauben versetzt Berge!
  • Tara1 | 05.10.2010, 11:58

    Verhandeln nützt nichts - ich schlafe in der Küche!

    Ich bin auch eine Betroffene. In meiner Wohnung strahlt es von
    mehreren WLANs. Auch ich habe mit Nachbarn gesprochen. Jene, die
    meine
    Sichtweise teilen haben kein WLAN oder DECT Telefon. Bei den Anderen
    fehlt das Verständnis.

    Es ist als ob Strom durch meinen Körper fliessen würde.
    Alles vibriert und kribbelt. Ich schlafe seit mehreren Monaten in der
    Küche, auf einer Matratze am Boden. Dort strahlt es etwas
    weniger. Ich weiss nicht mehr was machen! Ich hatte schon
    Mordsfantasien deswegen.

    Ich habe mir auch schon einen Hut aus Silberfolie gebastelt, weil die
    Strahlen unerträglich auf meine Schädeldecke drückten.
    Doch geholfen hat das nicht. Ich weiss, dass das lächerlich
    aussieht. Weil ich leide, sind Äusserlichkeiten unwichtig
    geworden. Ich habe auch sonst mit Silberfolie herumhantiert und alles
    Mögliche ausprobiert.

    Auch im Zug leide ich, wegen dem WLAN. Pendeln ist eine Qual.

    Bei einer Weiterbildung bat ich das Institut darum, das WLAN
    während den Vorlesungen auszuschalten. Es war ein schwieriges
    Verhandeln. Ich sagte, ich müsste die Weiterbildung sonst
    abbrechen. Auch mir wurde Psychokram empfohlen. Würde ich im
    Rollstuhl sitzen, hätte man Verständnis für mein
    Leiden. Elektrosensibilität ist unsichtbar und deshalb
    „psychologisch bedingt“, so die Annahme Vieler.
    Es wurde schliesslich Verständnis gezeigt am Institut und eine
    Kompromisslösung gesucht. Ich durfte das WLAN ausschalten,
    während der Vorlesung. Doch nun bekam ich die verdeckte bis
    offene Aggression der Teilnehmenden zu spüren.

    Wo kann ich noch leben, arbeiten oder mich weiterbilden? An immer
    mehr
    Arbeitsplätzen wird WLAN benützt. Im Sommer halte ich mich
    oft im Freien auf, weil es da (trotz Natel-Antennen) weniger strahlt
    als in meinem privatesten Raum, meiner Wohnung.

    Ich bin nicht GEGEN die Menschen, die WLAN benützen. Ich leide
    darunter, wenn sich wegen dem Thema WLAN/DECT meine sozialen
    Beziehungen verschlechtern!

    Früher hielt man Passiv-Rauchen für unschädlich –
    heute
    nicht mehr. Wann wird klar, dass bestrahlt werden schädlich ist?
    Mobile Telefone können robuste elektronische Geräte
    stören, wie wir alle wissen. Weshalb soll das beim menschlichen
    Körper anders sein?
  • Betroffene77 | 24.09.2010, 11:32

    Endlich: Ein unhaltbarer Missstand der technologisierten Gesellschaft dringt an die Öffentlichkei!

    Als selbst Betroffene bin ich unendlich froh, dass sich der K-Tipp der
    Problematik des Wlans und dessen Strahlungsfolgen anernommen hat.
    Endlich! Denn die gepulste Strahlung von Wlan und Dect empfinde auch
    ich etwas vom Schlimmsten.
    Ich hatte eine gute Anstellung als Gärtnerin in einem Institut
    der ETH Zürich. Nach etwa drei Monaten nach Stellenantritt
    verspürte ich ein dauerndes Unwohlsein während der Arbeit.
    Begonnen hatte es mit Verdauungsstörungen, Nervosität und
    Konzentrationsstörungen. Nach einem halben Jahr verschlimmerten
    sich die Symptome. Ich litt zunehmends unter
    Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Kopfweh, einem Hautausschlag,
    Herzrasen und Atemnot. Am Schlimmsten jedoch war die zunehmende
    Müdigkeit, die sich schlussendlich in burnoutartige
    Erschöpfungszustände ausartete. Ich selber wusste lange
    nicht, was mit mir nicht stimmte. Ein Arzt, und das ein
    Schulmediziner, wohlverstanden, diagnostizierte zu guter letzt meine
    hohe Elektrosensibilität - was nicht verwunderte, war doch unser
    ganzes Gebäude mit Wlan und Dect ausgerüstet!
    Schliesslich musste ich meine Stelle aufgeben, da die ETH nicht bereit
    war, in unserem kleinen Ausseninstitut, wo sich dauernd nicht mehr als
    30 Personen aufhalten, Massnahmen, die mir eine gesundheitliche
    Verbesserung gebracht hätten zu ergreifen. Und dies auch nur,
    weil die Vertrauensärztin der ETH mir schlussendlich eine
    "Verhaltenstherapie" vorgeschlagen hatte, mit Hilfe derer
    ich mit der Elektrosensibilität besser hätte lernen sollen
    umzugehen. Also mit anderen Worten: Man wird als Spinner abgestempelt!

    Parallel dazu entwickelte sich auch das private Leben zunehmend zur
    Hölle. In jeder Mietwohnung Nachbarschaft mit Wlan oder
    Dect-Technologie. Unzählige Male war ich am Verhandeln oder
    kaufte der Nachbarschaft ein strahlungarmes Ecomode-Telefon. Der
    Erfolg war mässig. Allein in den vergangenen 2 Jahren bin ich 5
    mal umgezogen! Immer dem Nervenzusammenbruch nahe. Die passende
    Wohnung ist noch nicht gefunden. Ich lebe ständig auf der Flucht.
    Meine neue Teilzeitstelle kann ich nur mit grösster Mühe
    aufrechterhalten. Heute bekomme ich eine 50% -IV-Rente. Ein Umstand,
    der absolut nicht notwendig wäre, würde unsere völlig
    degenerierte Gesellschaft auf das künstlich geschaffene
    Bedürfnis mobil "immer und überall erreichbar zu
    sein" verzichten können.
  • DigiDoc | 23.09.2010, 06:38

    Be- und Verstrahlungen

    Ich finde ebenfalls, dass wir uns zu oft und vor allem zu
    überflüssig zumüllen mit Strahlungen. Allerdings ist
    WLAN mit Strahlungswerten von lediglich etwa 10% gegenüber
    Mobilfunk sicher ein wesentlich kleineres Problem als diese sinnlos
    hohe Zahl von Sendemasten. Ich kenne "strahlungssensible"
    Leute, die zwar mit dem Handy rumlaufen (und auch überall Empfang
    haben wollen!), aber lautstark über UMTS-Masten und WLAN Netze
    jammern. Für mich nicht wirklich glaubwürdig. Kabel, wo
    Kabel möglich ist praktiziere ich ebenso konsequent wie der
    Verzicht auf Batterieen, wo es einen Stromanschluss gibt.
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