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Wer Musik per Download kauft, kann bei Amazon sparen. Aber andere Portale sind benutzerfreundlicher.
Die Zahl der Kunden, die ihre Musik im Internet herunterladen, nimmt laufend zu. So konnten im letzten Jahr die Schweizerischen Tonträgerproduzenten die digitalen Verkäufe um rund 50 Prozent steigern. Der Umsatzanteil an den gesamten Musikverkäufen macht in Deutschland und den USA schon rund einen Drittel aus.
Kein Download-Portal überzeugt in allen Bereichen
Doch wie einfach ist der Online-Kauf von Musikdateien? saldo hat die wichtigsten in der Schweiz aktiven Portale unter die Lupe genommen und bezüglich Benutzerfreundlichkeit, Preis, Angebot sowie Einschränkungen bewertet.
Dabei zeigt sich: Kein Portal überzeugt in allen Bereichen. Testsieger Amazon hat zwar eine grosse Auswahl und ist günstig, aber nicht besonders benutzerfreundlich. Musicload dagegen ist übersichtlich und benutzerfreundlich, hat aber eine deutlich kleinere Auswahl und höhere Preise. Und Nokia ist zwar günstig, aber nur mit Einschränkungen nutzbar.
Beim Kriterium Benutzerfreundlichkeit konnte Musicload die meisten Punkte verbuchen. Das Portal bietet gute Suchmöglichkeiten und eine geordnete Darstellung. Zudem können einmal gekaufte Songs mehrmals heruntergeladen werden und es steht mehr als eine Zahlungsmöglichkeit zur Verfügung. Ganz anders bei Amazon: Die Seite ist unruhig und unübersichtlich, Suchtreffer erscheinen ungefiltert. Gekaufte Songs stehen nur für einen einmaligen Download zur Verfügung und die Kreditkarte ist die einzige Bezahlmöglichkeit. Dafür gibt es ein «ungenügend».
Musik von iTunes und Amazon kann man nur ein Mal herunterladen
Gute Noten bezüglich Übersichtlichkeit gab es für iTunes – doch auch hier stehen erworbene Songs nur für einen einmaligen Download zur Verfügung. Bei einem System-Absturz sind die erworbenen Titel verloren. Die anderen Portale erlauben in der Regel bis zu drei Reloads. Erfreulich ist, dass ausser Amazon alle Anbieter neben der Kreditkarte mindestens eine weitere Bezahlmöglichkeit zur Verfügung stellen.
Auftrumpfen kann Amazon dafür beim Preis. Alle Einzeltitel sind unter einem Euro (Fr. 1.43) zu haben. saldo hat die Preise von je zehn Einzelsongs und zehn Alben aus allen Sparten erhoben. Resultat: Bei Amazon zahlt man für ein einzelnes Lied im Schnitt umgerechnet Fr. 1.35, das Album kostet rund 12 Franken. Diesen Preisen am nächsten kommt Nokia, dort gilt ein Einheitspreis von Fr. 1.50 pro Lied und 15 Franken pro Album. Bei Musicload sind die Alben mit durchschnittlich 14 Franken ebenfalls günstig, die Einzeltitel mit rund Fr. 1.90 aber teuer.
iTunes hat erst vergangene Woche die Preise angehoben. Die Folge: Einzeltitel kosten nun Fr. 1.60 oder Fr. 2.20 – bis zu 10 Prozent mehr als bisher. Auch die Preise für Alben hat Apple für iTunes Schweiz erhöht. Viele kosten neu 17 statt 15 Franken. Im Durchschnitt kostet ein Album Fr. 16.15. Damit ist iTunes klar der teuerste Anbieter im Vergleich.
Darüber hinweg tröstet allenfalls das grosse Angebot. Über 11 Millionen Titel gibt es laut Eigenangaben auf iTunes zu kaufen. Hier vermag nur Amazon mitzuhalten. Musicload und Nokia bieten mit 5,5 bzw. 6 Millionen Titeln nur ein halb so grosses Sortiment.
Entscheidend ist weiter, mit welchen Einschränkungen die Nutzer konfrontiert werden. Die gute Nachricht: Mit 7digital, Exlibris und Musicload gibt es drei Portale, die ohne Einschränkungen genutzt werden können. Das heisst, alle Songs sind im gängigen, nicht kopiergesperrten Format MP3 erhältlich und lassen sich ohne weiteres auf jeden MP3-Player übertragen. Auch können sie gekauft werden, ohne dass eine spezielle Software installiert werden muss.
Einschränkungen für Kunden bei iTunes und Nokia
Amazon bietet seine Songs ebenfalls im MP3-Format an. Wer jedoch Alben kauft, muss vorher einen Download-Manager auf dem Computer installieren. Die Shops von Apple und Nokia sind gar erst nach der Installation einer Software nutzbar. Zudem bieten beide Anbieter ein Format, das sich nicht auf jedem Player abspielen lässt (siehe unten).
Die Lieder aus dem Nokia-Musicstore sind zusätzlich mit einer Kopiersperre versehen. Dies bedeutet für die Kunden eine deutliche Einschränkung. So sind die Lieder auf dem meist- verkauften Player, dem iPod, nicht abspielbar. Die Songs aller anderen Portale lassen sich problemlos auf den iPod übertragen.
Audio-Dateiformate: Nur MP3 läuft auf jedem Player
25. April 2010 | Mirjam Fonti, Redaktion saldo
