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Ablaufdaten auf Lebensmitteln geben an, bis wann die Ware in verpackter Form haltbar ist. saldo sagt, wie lange sie nach dem Öffnen geniessbar ist.
Hersteller sind nicht verpflichtet, Angaben über die Haltbarkeit von Produkten nach dem Öffnen zu machen. Hingegen muss auf Lebensmitteln entweder ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder ein Verbrauchsdatum stehen.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt, bis zu welchem Tag ein Lebensmittel in verpacktem Zustand Aussehen, Geschmack, Geruch, Konsistenz und Nährwert behält. Bis zu diesem Datum sichert der Hersteller einwandfreie Qualität zu. Die Lebensmittel sind in der Regel nach Ablauf des Datums nicht verdorben und dürfen weiter verkauft werden.
Bei leicht verderblicher Ware sowie gekühlten Lebensmitteln müssen die Hersteller statt des Mindesthaltbarkeitsdatums das späteste Verbrauchsdatum auf die Verpackung drucken. Ist das Verbrauchsdatum abgelaufen, dürfen die Läden die Produkte nicht mehr verkaufen – auch nicht zu einem reduzierten Preis.
Coop macht konkrete Angaben auf den meisten Getränken
Die Hersteller legen die Haltbarkeit ihrer Waren selber fest. Auf die angegebenen Verbrauchsdaten ist dabei nicht immer Verlass. Das haben saldo-Stichproben schon mehrfach gezeigt. Bei Labortests von Lebensmitteln wie Lachs, Tofu oder Fruchtsalaten fand man am Tag des Ablaufdatums vereinzelt bereits zu viele Keime. Das weist auf Hygieneprobleme und verdorbene Speisen hin. Auch waren einige Proben von Durchfallbakterien oder giftigen Staphylokokken besiedelt.
Angaben über die Haltbarkeit der Lebensmittel nach dem Öffnen der Verpackung suchen Kundinnen und Kunden vergeblich. saldo hat stichprobeweise einige Eigenprodukte der Grossverteiler unter die Lupe genommen. Ergebnis: Auf kaum einer Verpackung finden sich Informationen zum Verbrauch im ausgepackten Zustand. In der Migros fand saldo bei einzelnen Getränken konkrete Angaben, zum Beispiel bei gekühlten Fruchtsäften. Sie sollten spätestens drei Tage nach dem Öffnen konsumiert werden. Andere Getränke wie der Bio-Milch-Drink sollen nach dem Öffnen «rasch» konsumiert werden – genau wie die Eier-Mayonnaise Classic in der Tube. Was das heisst, bleibt offen. Die Aussage von Migros-Sprecherin Nathalie Eggen macht nicht klüger: Was unter «rasch» verstanden werden müsse, hänge von der Lagertemperatur eines geöffneten Produktes ab.
Coop gibt immerhin bei den meisten Getränken an, in wie vielen Tagen sie nach dem Öffnen zu trinken sind. Bei Denner stiess saldo auf ein paar wenige Getränke und einen Sugo mit konkreten Angaben, bei Spar auf eine Dose geschälte Tomaten und ein paar Säfte. Bei Manor und Globus fand sich dagegen kein einziges Produkt mit aufschlussreichen Informationen.
Spar und Denner: Appell an Eigenverantwortung der Kunden
Die Detailhändler sehen darin kein Problem. Spar-Sprecherin Silvia Manser nimmt die Konsumenten in die Pflicht: «Unsere Kunden können durch sensorische Wahrnehmung selbst entscheiden, wie lange sie das Produkt bei offener Verpackung geniessen wollen.» Denner ist gleicher Meinung und appelliert an die «Eigenverantwortung» der Kunden. So argumentiert auch Coop – obwohl der Detailhändler bei den meisten Produkten wenigstens Hinweise zur korrekten Lagerung gibt. Dagegen verspricht Manor zu prüfen, inwieweit zusätzliche Angaben auf den Verpackungen möglich sind.
So lange sind Lebensmittel nach dem Öffnen konsumierbar
Diese Lebensmittel gehören bei geöffneter Verpackung in den Kühlschrank (bei maximal 5 Grad Celsius).
Diese Lebensmittel sollte man gut verschlossen und trocken lagern.
22. September 2009 | Sabine Rindlisbacher, Redaktion saldo
