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Artikel | K-Geld 03/2009

So lesen und verstehen Sie alle Infos zu einem Fonds

Das Info-Blatt enthält alles Wissenswerte zu einem Fonds. Wer dieses Factsheet der Anbieter richtig interpretieren kann, verfügt über eine gute Entscheidungshilfe für die Fondswahl.

Trotz breiter Risikostreuung haben viele Fonds im Verlauf der Finanzkrise hohe Verluste und Vermögensabflüsse verzeichnet. Einige Fonds mussten sogar liquidiert werden. Anleger in der Schweiz haben aber nach wie vor die Qual der Wahl, aus über 2000 in- und ausländischen Fonds den «richtigen» auszuwählen.

Die Infoblätter – sogenannte Factsheets – (siehe Bild im pdf-Artikel) der Fondsanbieter erleichtern den Entscheid. Sie enthalten in kompakter Form wichtige Infos. Vor einem Fondskauf empfiehlt sich auch das  gründliche Lesen der vereinfachten sowie der ausführlichen Verkaufsprospekte. Nur diese werden auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften geprüft, sagt Alain Bichsel, Leiter Kommunikation der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht. Auch die Rechenschaftsberichte der Anbieter sind für eine Fondswahl hilfreich. Den Gang zum Anlageberater kann man sich hingegen getrost sparen (siehe dazu Saldo Nr. 7/09: «Studie zeigt: Ohne Anlageberater bleibt unter dem Strich mehr»).


Fachbegriffe

Finanzmathematiker versuchen, das Risiko eines Fonds mit Kennzahlen möglichst exakt abzuschätzen. Doch Vorsicht: Die Berechnungen beruhen auf Werten aus den Vorjahren und bieten keine Garantie für die Zukunft. Hier erfahren Sie, was die Kennzahlen bedeuten.

  • Der Alpha-Faktor: Er wird auch Jensen’s Alpha genannt und umschreibt den Teil des Risikos und der Rendite eines Investments, der nicht durch die Schwankung des Marktes, sondern durch geschickte Fondsverwaltung erzielt worden ist. Alpha wird an einem Vergleichsindex gemessen. Der Swisscanto-Fonds z. B. erzielte mit Alpha –0,09 Prozent gegenüber der Benchmark eine um 0,09 Prozentpunkte tiefere Rendite pro Jahr.
  • Das Beta: Der Begriff gibt an, wie stark der Kurs eines Fonds in der Vergangenheit im Vergleich zum Markt schwankte. Ein negatives Beta bedeutet, dass die Anlage weniger stark schwankte als der Gesamtmarkt. Beta gleich 1 heisst, dass das Investment genau gleich wie der Markt schwankte. Stark positive Betas weisen auf starke Schwankungen hin. Je höher das Beta, umso grösser sind Risiko und Gewinnchancen.
  • Die Korrelation: Sie besagt, wie sich der Kurs eines Investments in Bezug auf die Benchmark bewegt. Sie kann Werte zwischen –1 und 1 annehmen. Korrelation –1 bedeutet, dass sich der Kurs in der Vergangenheit genau entgegengesetzt zur Benchmark bewegte.
  • Die Volatilität: Sie zeigt die historische Schwankungsintensität des Fonds an. Eine Volatilität von 9,51 Prozent im Beispiel bedeutet, dass der Kurs früher pro Jahr im Schnitt um 9,51 Prozent um seinen historischen Mittelwert schwankte. Je höher die Volatilität, umso grösser sind Risiko und Gewinnchancen.
  • Die Sharpe Ratio: Damit wird die Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko berechnet. Dazu wird die Volatilität einbezogen. Je höher die Sharpe Ratio ist, umso besser hat der Fondsmanager gearbeitet. Der Tracking Error: Er zeigt die durchschnittliche Abweichung von der Benchmark an – unabhängig davon, ob sie nach oben oder unten erfolgt ist.
  • Die Information Ratio: Sie vergleicht frühere Renditen einer Anlage mit dem eingegangenen Risiko des Fondsmanagers. Anders ge- sagt: Hat es sich für ihn gelohnt, ein von der Benchmark abweichendes Risiko einzugehen? Je höher die Information Ratio ist, umso besser hat das Fondsmanagement gearbeitet.


Fonds-Beschrieb siehe PDF

23. Mai 2009 | bbs, th


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