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Mehr und mehr Fehlsichtige lassen sich die Augen lasern. Doch die Operation verletzt die Augen für immer. Die meisten brauchen trotz der Operation eine Brille.
Tausende Brillen- oder Kontaktlinsenträger lassen sich jedes Jahr in der Schweiz die Augen lasern. Meistens benutzen Ärzte die Lasik-Methode. Die Chirurgen schneiden die Hornhaut an der Oberfläche auf und tragen mit dem Laser die Hornhaut ab. Dann klappen sie den Deckel wieder zurück.
Doch Fachleute raten von der Methode ab – wegen der Nebenwirkungen. Andreas Berke von der Höheren Fachhochschule für Augenoptik in Köln: «Die Hornhaut ist für Laseroperationen ungeeignet.» Der Laser schädige die Hornhaut, und das lasse sich nicht rückgängig machen. Schlimme Folgen würden manchmal erst Jahre später auftreten.
Die Wunde in der Hornhaut heilt nicht vollständig
Eine der Hauptanbieterinnen dieser Operationsmethode in der Schweiz ist die Pallas-Klinik-Gruppe mit ihren Vedis-Laserzentren. Sie machte öffentliche Werbeveranstaltungen für Lasik-Laser, zum Beispiel im Zürcher Nachtklub «Indochine» (saldo 18/04 und 14/07).
Auf ihrer Internetseite behauptet Pallas, dass die äussere Schicht der Hornhaut «innerhalb weniger Tage» vollständig ausheile und die Wunde verschliesse. Doch Studien zeigen: Die aufgeklappte Hornhaut heilt innen nicht mehr richtig aus. Sie erreicht in den ersten Jahren nur wenige Prozente der ursprünglichen Festigkeit, auch später höchstens die Hälfte. Dies bestätigt Christophe Huber, Professor für Augenheilkunde aus Forch ZH: «Der Arzt kann Wochen später den Hornhautlappen problemlos aufklappen.»
Die schwache Hornhaut kann lange nach der Operation einreissen oder sich gar verschieben. Das ist gefährlich: Krankheitskeimen ist es so möglich, in die Wunde einzudringen und der Patient kann erblinden.
Der Laser macht die Hornhaut dünner. Dadurch kann sie später ausbeulen – auch eine Brille hilft dann nur teilweise. Im schlimmsten Fall weicht die Hornhaut sogar auf. Forscher Andreas Berke sagt: «Das ist für Patienten furchtbar. Sie sehen mit jedem Lidschlag in einer anderen Sehstärke.» Dann hilft einzig eine Hornhaut-Transplantation.
Trockene Augen durch gestörte Tränenproduktion
Eine Lasik-Operation bringt vielen Patienten Nachteile, wie Untersuchungen zeigen:
Augenärzte selbst ziehen das Brillentragen dem Lasern vor
Auffällig ist: Augenärzte lassen die Methode an sich selbst kaum zu, wie Fachleute bestätigen. Christophe Huber hat bei einer Fortbildung über das Augenlasern nachgezählt: «Mehr als die Hälfte der Augenärzte trug eine Brille. Kaum einer lässt sich selbst lasern. Sie sind auf eine gute Sicht angewiesen.»
Laser-Kliniken wehren sich gegen die Kritik. Eduard Haefliger, Leiter der Laservista-Kliniken, schreibt saldo, die Ärzte würden nicht einfach «herumlasern». Lasik sei «millionenfach» angewendet. Das Risiko sei vergleichbar mit langjährigem Linsentragen. Chirurgen müssten ihre Patienten genau untersuchen, um Fehler zu vermeiden. Haefliger räumt allerdings ein, dass die Hornhaut nicht mehr «vollständig verheilt».
Matthias Böhnke, Chefarzt der Vedis-Laserzentren, bestätigt, dass Hornhautschichten nur langsam, «über Jahre», heilten – anders, als es das Zentrum auf seiner Internetseite beschreibt. Die Hornhaut finde dann allerdings «zum normalen Zusammenhalt zurück». Auch das Problem der trockenen Augen, sagt Böhnke, kenne er. Viele Patienten interessierten sich für eine Lasik-Behandlung, weil sie schon vorher trockene Augen hätten und keine Kontaktlinsen vertrügen.
Lasik-Methode: So funktioniert der Eingriff
02. Dezember 2008 | Ines Vogel
