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Einen neuen Farbton für die Wohnung, und zwar ohne Pinsel und Farbe. Der Trick: Raffinierte Beleuchtungssysteme. Doch die Hightech-Leuchten sind nur begrenzt einsetzbar.
Richtig eingesetzt, können Farben in einer Wohnung Wunder bewirken. Sie be- einflussen die Stimmung, verändern das Temperaturempfinden und vergrössern oder verkleinern einen Raum optisch. Wer das Ambiente seiner Wohnung mit Farbe verändern will, kommt normalerweise ums Malen oder Tapezieren nicht herum.
Raffinierte Beleuchtungssysteme sollen das Gestalten mit Farbe nun zu einem Kinderspiel machen. Heute blau, morgen grün und übermorgen rosarot: «Mit nur einem Knopfdruck» lasse sich ein Raum nach Lust und Laune in einen neuen Farbton tauchen, verspricht beispielsweise die Werbung für Living Colors, die Kugellampe von Philips.
Wie auch andere Farb-Beleuchtungssysteme macht sich Living Colors dabei ein Phänomen aus der Physik zunutze: Die Lampe ist mit je einer roten, grünen und blauen Lichtdiode (LED) ausgestattet, denn aus diesen drei Grundfarben lässt sich die Lichtfarbe beliebig mischen bis hin zum gewohnten hellen Licht. Je mehr unterschiedlich farbiges Licht nämlich addiert wird, umso mehr nähert sich die Mischung dem weissen Licht.
Günstige Lampe «erzeugt relativ wenig Licht»
Damit die Farbmischung tatsächlich «mit einem Knopfdruck» funktioniert, braucht es allerdings Elektronik – und die kostet. Und damit die Lampe eine ganze Wand oder gar einen Raum in die gewählte Farbe taucht, braucht es zudem eine gewisse Lichtstärke. Auch das schlägt auf den Preis.
Die relativ günstige Farbwechsellampe von Philips (siehe unten) – sie ist ab 179 Franken zu haben – kann die Versprechen der Werbung nicht erfüllen. «Sie erzeugt relativ wenig Licht», sagt Pablo Pabst, Präsident von Lightmakers.net, dem Netzwerk der schweizerischen Lichtplaner. Eine Wand oder gar ein Raum lasse sich damit nicht einfärben, geschweige denn erhellen, es reiche höchstens für eine Ecke. «Living Colors ist einsetzbar als Dekoration, etwa als Hintergrundbeleuchtung einer grossen Pflanze», so Pabst.
Andere Systeme leisten zwar mehr, kosten aber auch entsprechend. Ein Beispiel, das preislich für Normalverdiener noch drinliegt: die Stehlampe Color, die es nur bei Coops Fachladenkette Lumimart gibt. Sie ist mit je einer roten, grünen und blauen Fluoreszenzröhre ausgestattet und kostet 799 Franken (Bild im pdf-Artikel). «Sie ist um ein Vielfaches stärker als das Philips-Produkt und erzeugt intensivere Farben bis hin zu einem satten Rot. Zudem lässt sie sich als normale Zimmerbeleuchtung verwenden», sagt Francisco Dominguez von Lumimart.
Trotzdem: Ob man den Trend zum Licht mit wechselnden Farben daheim verwirklichen will, muss gut überlegt sein. «Ein farbig ausgeleuchteter Raum geht den meisten Leuten bald auf die Nerven», mahnt Pablo Pabst. Ebenfalls zu bedenken ist: Das Licht kann – je nach Leuchte – auch den Bewohnern Farbe geben – und ein grün- oder gelbstichiger Teint lässt die wenigsten Leute vorteilhaft aussehen.
Am besten zuerst daheim ausprobieren
Lichtplaner Pabst empfiehlt deshalb: Lichteffekt vor dem Kauf der Lampe testen. Sei es, dass man sich im Fachgeschäft beraten lässt und die Leuchte(n) zur Probe nach Hause mitnimmt, sei es, dass man mit einfachen Mitteln selber experimentiert. Einfarbige Leuchtmittel gibts schon für wenig Geld. Noch günstiger sind farbige Folien aus der Papeterie: Damit kann man provisorische Farbfilter (Brandgefahr!) für eine Lampe basteln. Eventuell zeigt sich dann, dass es einfacher ist, doch zum Farbpinsel zu greifen.
Farbige Lichtquellen für Ihr Zuhause
Es gibt verschiedene technische Möglichkeiten, Wohnräume mit farbigem Licht zu gestalten. Aus Energiespargründen sind LED- und Fluoreszenzlampen zu bevorzugen).
22. November 2008 | Bennie Koprio
