|
(0) |
Der St. Galler Snowboard-Shop Shaka ist im K-Tipp-Preisvergleich sehr oft die günstigste Adresse. Doch Bretthersteller machen ihm das Leben schwer.
Wie die Ski-Produzenten bringen auch die Hersteller von Snowboards Winter für Winter zahlreiche neue Modelle auf den Markt. Der K-Tipp hat Ende Oktober bei insgesamt 11 Anbietern die Preise von 20 Brettern der Saison 2008/2009 abgeklärt (siehe Tabelle im pdf-Artikel).
Konkret umfasste die Stichprobe neben drei ausländischen und zwei Schweizer Online-Shops die Sportfachgeschäfte Vaucher Sport Specialist in Niederwangen BE und Neige Aventure in Haute-Nendaz VS sowie die «Grossen» Athleticum, Jelmoli, Ochsner Sport und SportXX.
Grösste Preisdifferenz bei 250 Franken
Resultat: Bei 13 der 20 Boards lagen die Preise zwischen günstigstem und teuerstem Angebot um mehr als 100 Franken auseinander. Am grössten war die Differenz beim «Pantera» von Nitro: Das Brett war – inklusive Lieferung an eine Schweizer Adresse – im Online-Shop des St. Galler Snowboard-Ladens Shaka rund 250 Franken günstiger als im österreichischen Online-Shop Moreboards.com.
Das heisst aber nicht, dass der Einkauf in Online-Shops jenseits der Grenze stets teuer sein muss. Zieht der Shop die ausländische Mehrwertsteuer ab, können sich trotz Versand- und Verzollungskosten sowie Schweizer Mehrwertsteuer attraktive Preise ergeben. Das zeigt sich bei den Online-Läden Blue-Tomato.com und Boardscout24.com. Moreboards.com hingegen lässt die österreichische Mehrwertsteuer auch bei Schweizer Kunden stehen.
Was die Stichprobe aber vor allem deutlich macht: Auch beim Snowboard-Kauf zahlt sich Vergleichen aus – zumal viele Preise nicht in Stein gemeisselt sind. Athleticum etwa hat wenige Tage nach der Preiserhebung des K-Tipp vier Boards auf Ochsner-Sport-Niveau verbilligt: das Burton Feelgood von 799 auf 749 Franken, das Burton Blender von 599 auf 579 Franken, das Burton Twin von 649 auf 629 Franken und das Nitro Pantera von 759 auf 719 Franken.
Ausserdem gibt es Kundenaktionen. Im Migros-Fachmarkt SportXX zum Beispiel erhalten Inhaber von Cumulus-Karten im November ab einem Einkaufswert von 249 Franken auf Snowboards eine Ermässigung von 50 Franken, wie Sprecherin Monika Weibel erklärt. Und Athleticum gewährt seit dem 31. Oktober und noch bis zum 15. November auf alle Einkäufe, die mit der Kundenkarte bezahlt werden, 10 Prozent Rabatt.
In der Stichprobe indes vermochte sich Shaka klar am häufigsten als Preisführer zu positionieren. Mit seiner Tiefpreisstrategie hat sich der Laden allerdings unter Brettherstellern keine Freunde geschaffen: Laut Geschäftsinhaber Viktor Siegrist wird Shaka von Burton bereits seit drei Jahren und von Nitro seit diesem Winter offiziell nicht mehr beliefert. Boards dieser beiden Marken beschafft Shaka via Direktimport aus den USA.
Siegrist vermutet, dass Konkurrenten bei den Brettherstellern interveniert haben. Burton etwa habe ihm eröffnet, man arbeite nicht mit Shops zusammen, die sich mit einer aggressiven Dauertiefpreis-Strategie Wettbewerbsvorteile verschaffen wollten.
Der Vertreter von Burton in der Schweiz bestätigte diese Darstellung zunächst. Doch dann ersetzte er seine Aussagen durch eine Stellungnahme von Hermann Kapferer, General Manager von Burton Snowboards Europe. Dieser verweist auf eine Auseinandersetzung zwischen Burton und Shaka vom November 2007, nach der sich Burton «ausser Stande» sehe, Geschäftsbeziehungen mit Shaka aufzunehmen. Warum diese vor drei Jahren eingestellt wurden, sagt Kapferer nicht.
11. November 2008 | Gery Schwager

