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Artikel | K-Tipp 12/2008

«Dieser Orangensaft schmeckt wie Sirup»

Kein Orangensaft konnte überzeugen. Nur drei erreichten in der K-Tipp-Degustation die Note «genügend» – darunter auch die
günstige Eigenmarke von Denner.

Dank eines Kunstgriffs erreichte der Saft von Denner den dritten Platz an der Orangensaft-Degustation: Denner mischt zusätzlich Fruchtfleisch in den Saft aus Konzentrat.

18 Schüler der Hotelfachschule Belvoirpark in Zürich hatten für den
K-Tipp 12 Orangensäfte degustiert – ohne zu wissen, was sie tranken. Zwei der vier reinen Säfte schnitten mit «genügend» ab. Doch alle Produkte aus Konzentrat fielen in der Degustation durch.

Besonders gross waren die Unterschiede beim Geruch: Mehrere Hotelfachschüler bemängelten bei einigen Säften aus Konzentrat «den fauligen Geruch».

Der Grund: Dem Saft wird nach dem Pressen ein Grossteil des Wassers entzogen. Damit schrumpft sein Volumen um fünf Sechstel – übrig bleibt das Orangen-Konzentrat. Das lässt sich einfach und günstig transportieren. Am Ende der Reise wird das Konzentrat dann wieder mit Wasser vermischt und abgefüllt. Dieses Verfahren kann sich auf den Geruch auswirken.
Wesentlich schonender ist es, den gepressten Saft iefgekühlt zu verschicken: Die Aromastoffe bleiben erhalten, aber der Transport ist relativ teuer.


Billiglinien: Zu viel Wasser im Saft

Am wichtigsten bei einem Orangensaft ist aber der Geschmack. Die Hotelfachschüler achteten auf Süsse, Säure und Bitterkeit der Getränke. Überraschend: Obwohl nicht aus Konzentrat, schnitten die Säfte von Biotta und Betty Bossi geschmacklich eine halbe Note schlechter ab als die drei erstplatzierten Säfte. Betty Bossi war den Hotelfachschülern etwas zu sauer. Biotta – der teuerste Saft in der Degustation – schmeckte ihnen zu exotisch und zu wenig nach Orangen.

Bei den beiden Schlusslichtern, M-Budget und Prix Garantie, war eindeutig zu viel Wasser und zu wenig Saft im Getränk. Zudem störten sich einige Hotelfachschüler bei den Billigsäften von Coop und Migros am «bitteren und chemischen» Geschmack.

Bei der Konsistenz, also dem «Biss» des Saftes,
wurde nebst dem Fruchtfleisch auch der Wasseranteil bewertet. M-Budget
erhielt die schlechteste Note: «Der schmeckt wie dünner Sirup», bemerkte ein Schüler enttäuscht.

Zum ungenügenden Resultat ihrer Produkte sagen Coop und Spar: In ihren eigenen Degustationen, so die beiden Grosshändler, hätten ihre Säfte gut abgeschnitten.

Dass Orangensaft gut schmecken kann, zeigt Anna’s Best (auch von der Migros). Er erreichte mit 4,7 das beste Resultat und war um fast zwei Noten besser als das M-Budget-Produkt.

Nur wenig schlechter war der Denner-Saft: Zwar bezeichneten ihn einige Hotelfachschüler als «Fleischbombe». Dennoch: Mit nur Fr. 1.70 pro Liter
unterbietet Denner die gleichklassierten Produkte preislich deutlich.

 

Orangensaft: Von Kalorien bis Vitamingehalt

In der Schweiz werden pro Kopf und Jahr 9 Liter Orangensaft getrunken. Die Jahreszeit spielt keine Rolle: Im Sommer wird etwa gleich viel Saft gekauft wie im Winter.

  • Vitamine: Ein Glas Orangensaft deckt einen Grossteil des Tagesbedarfs an Vitamin C – ein Deziliter enthält rund 30 Milligramm des Vitamins.
  • Kalorien: Orangensaft enthält natürlichen Fruchtzucker. Bei Saft aus Konzentrat wird künstlich nachgesüsst. Damit liefert ein Deziliter Orangensaft etwa 50 Kilokalorien.
  • Ernährung: Pro Tag drei Portionen Früchte, das empfehlen Ernährungsfachleute. Eine Portion darf man durch Saft ersetzen. Aber: Saft liefert deutlich weniger Nahrungsfasern als frische Früchte. Die Nahrungsfasern sind besonders für den Darm wichtig.
  • Kühlen: Vitamin C reagiert empfindlich auf Licht und Wärme. Deshalb geöffnete Saftpackung immer im Kühlschrank lagern und innert vier bis fünf Tagen austrinken.
  • Haltbarkeit: Ungeöffnete Packungen mit reinem Saft halten im Kühlschrank in der Regel ein bis zwei Monate. Orangensaft aus Konzentrat lässt sich meist weit über vier Monate lang aufbewahren.

24. Juni 2008 | Christian Birmele


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