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Will man fremde Computerdateien öffnen, muss man wissen, was hinter den Dateiendungen steckt. saldo gibt einen Überblick über die häufigsten Dateiformate.
Wer kennt das nicht: Kollegen oder Freunde schicken E-Mails mit angehängten Dateien, die dem Empfänger nicht geläufig sind. Ob es sich um Text, Tabelle, Musik, Bilder oder ein Video handelt, erkennen nur fortgeschrittene Computeranwender auf den ersten Blick und wissen, mit welchem Programm die Datei zu öffnen ist.
Zwar können Windows und Apple OS X in der Grundausstattung einige Dateiformate lesen, viele der häufig ausgetauschten Formate aber auch nicht. Doch mit einfachen Mitteln lassen sich nahezu alle gebräuchlichen Dateien öffnen, auch wenn man das Programm, mit dem die Datei erstellt wurde, nicht besitzt (siehe Tabelle im pdf-Artikel).
Windows erkennt anhand der Endung hinter dem Dateinamen, um welches Dateiformat es sich handelt, und startet automatisch das richtige Programm. Unter OS X spielen Dateiendungen hingegen keine grosse Rolle, das Dateiformat wird intern vom Betriebssystem verwaltet.
Befindet sich kein geeignetes Programm auf der Festplatte, ist Eigeninitiative gefragt. Das kommt relativ häufig vor, denn nicht jeder Nutzer besitzt etwa das teure Microsoft-Office-Paket, um Word-Textdokumente, Excel-Tabellen oder Powerpoint-Präsentationen zu öffnen.
Auch beim Kauf eines MP3- oder Multimedia-Players oder eines Handys ist es von Vorteil zu wissen, welche Formate das Gerät lesen kann, sonst ist die Enttäuschung hinterher gross. saldo hat deshalb die gebräuchlichsten Dateiformate zusammengetragen und zeigt, wie sie sich öffnen lassen.
Musikdateien
WAV ist das Microsoft-Format für unkomprimierte Musik. Mobile Player beherrschen es daher eher selten. Windows und OS X spielen WAV mit dem integrierten Windows Media Player beziehungsweise Quicktime ab.
MP3 ist der Klassiker unter den komprimierten Musikdateien. Windows und OS X spielen MP3 mit dem integrierten Windows Media Player respektive Quicktime ab. Jeder mobile Player kennt MP3.
AAC ist fortschrittlicher als MP3 und das Hausformat von Apple und dem iPod. Nur wenige andere mobile Musikplayer können AAC abspielen. Der Windows Media Player benötigt dafür ein Zusatzprogramm (Plugin) aus dem Internet. Mit einem Kopierschutz (DRM) versehene AAC-Dateien, wie sie im Apple-iTunes-Store verkauft werden, können ausschliesslich iPod-Player und die iTunes-Software wiedergeben.
WMA(-DRM) ist das eigentliche Windows-Audioformat. Bis auf den iTunes-Store verkaufen nahezu alle Musik-Portale im Internet Musik in diesem Format und versehen es mit einem Kopierschutz. Der Windows Media Player spielt daher WMA-DRM ohne Probleme, Quicktime hingegen nur DRM-freie. Achtung: Vor allem günstige mobile Player spielen DRM-geschützte WMA-Dateien oftmals nicht ab.
Bilddateien
JPG (oder JPEG) ist das heute gebräuchlichste Bildformat, in dem auch die meisten Digitalkameras Bilder komprimiert abspeichern. Auch zum Bilderaustausch oder im Internet wird dieses Format am häufigsten verwendet. Jeder Multimedia-Player kann JPEG-Bilder
darstellen.
TIF, GIF, BMP und PNG bezeichnen weitere häufig verwendete Bildformate, die aber den Bildinhalt gar nicht oder nur wenig komprimieren. Sie erzeugen daher grössere Bilddateien. Die in Windows und OS X integrierten Bildbetrachter lesen jedoch alle diese Formate ein.
Videodateien
AVI oder MPG bezeichnen komprimierte Videodateien. Mit welcher Kompressionsmethode gearbeitet wurde, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Am häufigsten werden heute die modernen Verfahren MPEG4/H.264 oder Divx verwendet, denn sie erzeugen gute Bildqualität bei kompakten Dateien. Zum Abspielen dieser Formate braucht der Windows Media Player ein Plugin oder es wird ein alternativer Player installiert. Gleiches gilt für Quicktime, das kein Divx lesen kann. Multimedia-Player beherrschen häufig MPEG4, seltener Divx.
MOV bezeichnet ein mit dem Programm Quicktime erstelltes Video. Quicktime oder alternative MOV-fähige Player gibt es auch für Windows. Ausser den Apple iPods kann kein Multimedia-Player MOV abspielen.
WMV(-DRM) ist das eigentliche Windows-Videoformat. Es wird vor allem als kopiergeschützte Version zum Herunterladen von Videos verwendet. Fast kein Multimedia-Player kann aber DRM-geschütztes WMV abspielen. Während Windows DRM-geschützte WMV-Dateien abspielt, benötigt Quicktime eine WMV-Erweiterung aus dem Internet, wobei DRM-geschützte Dateien nicht abgespielt werden.
Texte, Tabellen und Präsentationen
TXT bezeichnet eine Datei mit unformatiertem Text im sogenannten ASCII-Format, das schon mit dem einfachen Editor in Windows oder OS X gelesen werden kann.
RTF ist ein verbreitetes Austauschformat zwischen Textverarbeitungs- und Betriebssystemen, das im Gegensatz zu TXT auch Formatierung und einfache Tabellen zulässt.
DOC ist das Dateiformat des Textverarbeitungsprogramms Microsoft Word. Bearbeiten lassen sich solche Dokumente mit nahezu allen kommerziellen und freien Textverarbeitungsprogrammen.
XLS ist eine Excel-Tabelle, die sich mit Microsofts Excel- Viewer betrachten lässt. Mit Office-Alternativen lassen sich die Tabellen auch bearbeiten.
PPT ist eine Powerpoint-Präsentation. Zum Betrachten gibt es den Powerpoint-Viewer, die Office-Alternativen verstehen ebenso Powerpoint.
PDF ist ein von der Firma Adobe patentiertes Format zum Darstellen formatierter Dokumente. In OS X zeigt es die integrierte Vorschau. Für Windows gibts neben dem aufgeblähten Adobe Reader auch kompaktere PDF-Reader.
Sonstige Dateien
EXE bezeichnet ein ausführbares Programm. Wird die Datei geöffnet, startet Windows das Programm. PC-Nutzer sollten nur Programme starten, die sie kennen.
ZIP und RAR sind komprimierte Dateien aller Art, die erst dekomprimiert werden müssen, um sie öffnen zu können. Dafür braucht es einen mit dem ursprünglichen Komprimierungsprogramm kompatiblen Entpacker. OS X entpackt die wichtigsten Formate selbst, anderenfalls sind freie Zusatzprogramme nötig.
Vorsicht bei E-Mail-Anhängen
An E-Mails angehängte Dateien einfach mit einem Doppelklick zu öffnen ist nicht ratsam. Insbesondere dann, wenn Dateiinhalt und Absender unbekannt sind. Denn oft nutzen Hacker diesen Weg, um Spionageprogramme auf den Computer des neugierigen Nutzers zu installieren.
Sie kündigen im E-Mail-Text eine fingierte Rechnung, ein tolles Video oder Bild im Anhang an. Die angehängte Datei heisst beispielsweise rechnung.pdf.exe. In Windows werden bekannte voreingestellte Dateiendungen nicht angezeigt, sodass der Nutzer nur rechnung.pdf sieht und denkt, er öffne eine harmlose PDF-Datei. Stattdessen wird ein ausführbares Programm gestartet, das unbemerkt auf dem Rechner Software installiert.
Im Windows Explorer lässt sich über das Menü «Extras/Ordneroptionen/ Ansicht/Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden» diese Einstellung ändern.
03. März 2008 | Andreas Grote
