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Statt auf das umstrittene Betriebssystem Vista umsteigen, jetzt noch einen Computer mit dem bewährten Windows XP kaufen: saldo zeigt, für wen sich das lohnt.
Windows Vista ist seit seiner Lancierung vor einem Jahr umstritten. Doch wer heute einen neuen Computer kauft, kommt fast nicht mehr um das neue Betriebssystem herum. Das ausgereifte Windows XP findet man nur noch selten in Geschäften. Und bald ist endgültig Schluss: Ab Juli will Microsoft den Verkauf von Windows XP ganz einstellen. Dabei würden viele Kunden mit dem alten System besser fahren.
Vista: Viele alte Programme nicht kompatibel
Das Hauptproblem für viele Benutzer: Einige Software, die schon ein paar Jahre alt ist, läuft nicht mehr auf Vista. So ist beispielsweise das verbreitete Brennprogramm Nero 6 nicht Vista-kompatibel. Für Vista muss man sich daher eine neue Version von Nero anschaffen – obwohl die alte Software längst noch für das Brennen ausgereicht hätte.
Vor dem Kauf von Vista lohnt es sich also abzuklären, ob die alten Programme, die man häufig braucht, kompatibel sind. Sonst ist Windows XP die bessere Alternative.
Ebenfalls Probleme kann bekommen, wer seinen alten Drucker oder Scanner behalten will. Bei älteren Geräten, die nicht mehr im Handel sind, fehlen manchmal die nötigen Treiber und Zusatzprogramme für Vista. Daher sind sie oft nicht mehr oder nur eingeschränkt brauchbar.
Auch wer ein Notebook kaufen will, handelt sich mit Vista Nachteile ein: Das neue System beansprucht mit seiner aufwendigen Grafik den Rechner stark. Der Akku hält daher weniger lange.
Windows Vista besticht durch umfangreiche Multimedia-Funktionen. Wenn man aber am PC selten Filme schaut oder Musik hört, hat man auch hier mit Windows XP keinen Nachteil.
XP-Support noch bis ins Jahr 2014 garantiert
Wer am Rechner also hauptsächlich schreibt oder im Internet surft sowie noch alte Programme und Geräte verwendet, fährt auch in Zukunft gut mit Windows XP – zumindest die nächsten sechs Jahre: Microsoft will noch bis 2014 Support für das System anbieten.
Deshalb lohnt es sich, beim Kauf seinen PC heute so zu wählen, dass man später auf Vista umsteigen kann. Dazu braucht es einen Dual-Core-Prozessor mit 1,5 bis 2 Gigahertz sowie einen Arbeitsspeicher mit 2 Gigabyte RAM.
saldo fragte nach, welcher Anbieter noch XP-Geräte im Sortiment hat. Bei Media Markt und Manor findet man nur noch wenige Geräte im Regal. Noch schlechter sieht es aus bei Fust, Interdiscount und Migros. Hier gibt es nirgends mehr das altbewährte Betriebssystem. Bei Fust und Migros legt wenigstens der Techniker noch Hand ans Gerät, jedoch mit massivem Aufpreis: Wenn der Kunde seine eigene XP-DVD mitbringt, kostet die Installation bei Migros 200 bis 300 Franken, bei Fust bis zu 400 Franken.
Besser sieht es im Internet aus. Auf www.shopportal.ch findet man eine ganze Reihe von Online-Shops wie www.digitec.ch oder Computerfachgeschäfte, die noch Computer mit Windows XP anbieten. Praktisch: Der Kunde zahlt in den meisten Fällen keine zusätzlichen Kosten, wenn er statt dem üblichen Vista Windows XP installiert haben will.
Private können auch Angebote für Firmen nutzen
Ebenfalls fündig wurde saldo direkt bei den Schweizer Niederlassungen der Hersteller. Dell, Asus, Acer, Toshiba, HP oder Fujitsu Siemens haben noch XP-Rechner im Angebot. Allerdings muss man auf den Websites lange danach suchen. Vor allem in der Sparte «für Unternehmen» findet man noch Modelle mit XP. Der Grund: Viele Firmen weigern sich vorderhand, auf das neue System umzusteigen, da auch sie zugleich neue Zusatzgeräte und neue Software anschaffen müssten. Die Business-Angebote können auch von Privatanwendern gekauft werden.
Vorsicht: Nicht zu empfehlen ist es, einen Vista-Computer zu kaufen und darauf Windows XP selbständig zu installieren. Windows XP erkennt während der Installation oftmals zentrale PC-Komponenten wie die Festplatte nicht. Wer es dennoch wagt, benötigt nicht nur die nötigen XP-Treiber für den neuen Computer von der Website der Hersteller, sondern auch gute Computerkenntnisse.
02. Februar 2008 | Marc Mair-Noack
