|
(0) |
Blöterliwasser muss günstiger sein als Bier. Eine K-Tipp-Stichprobe ergab: Bei einem Drittel der Restaurants ist das nicht der Fall.
Die Bar/Gelateria Arena in Uster ZH verkauft die 3-dl-Stange Bier für Fr. 3.70. Das ist das günstigste Getränk, das Gerantin Eli Arena anbietet. Damit verletzt sie kantonales Gesetz (siehe Kasten). Gegenüber dem K-Tipp behauptet Arena: «Das wusste ich nicht. Wir werden das ändern.»
Unwissend und überrascht zeigten sich auch Ruedi Odermatt vom Restaurant Regatta und Thi Loan Hoang vom «Shanghai». In beiden Stadtluzerner Lokalen gibts nichts Billigeres zu trinken als die 2-dl-Portionen Bier für Fr. 3.30 bzw. Fr. 3.60.
Der sogenannte «Sirupartikel» wurde erlassen, damit nicht billiges Alkoholisches Jugendliche zum Trinken verführt. Eine kürzlich durchgeführte K-Tipp-Stichprobe zeigt jedoch: 10 von 31 zufällig ausgewählten Beizen in den Kantonen Zürich, Aargau, Luzern und Bern handeln diesbezüglich gesetzeswidrig.
Auch im «Sennhof» im zürcherischen Dällikon und im Bistro Dreieck von Roggwil gibts keine billigeren Getränke als die 2-dl-Stange. Das Gleiche auch anderswo: «Das habe ich gar nicht gemerkt», sagt Peter Perucchi vom Restaurant Schifflände in Maur ZH.
Auch in Martin Candrians «Brasserie Fédéral» am Zürcher Hauptbahnhof waren 2 dl offenes Bier das günstigste Getränk. Candrian: «Wir werden das ändern.» Im Gegensatz zum Aargau oder zum Kanton Bern wird im Kanton Zürich auch nicht akzeptiert, wenn ein Wirt als Alternative zu Bier den Preis für ein Glas Milch tiefer ansetzt.
Um dem Gesetz Genüge zu tun, wird Mehmet Kabakci, Wirt im «Sie & Er» in Neuenhof AG, künftig auch Coca-Cola, Fanta und Eistee in 2-dl-Portionen servieren. Denn auch auf Kabakcis Karte fand sich kein billigeres Getränk als offenes Bier (2 dl für 2.80).
Der Inhalt des «Sirupartikels»
Das Gastgewerbegesetz schreibt in fast allen Kantonen vor, dass «eine Auswahl» bzw. «zwei» oder «drei» alkoholfreie Getränke in gleicher Menge billiger sein müssen oder nicht teurer sein dürfen als alkoholhaltige Getränke. Die Kantone GL, SZ, TG und ZG kennen den sogenannten Sirupartikel nicht.
In diesen Beizen kostete das Mineralwasser anlässlich der K-Tipp-Stichprobe mehr als Bier:
05. September 2007 | Thomas Heer
