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Artikel | K-Tipp 12/2007

Von «frisch & kräftig» bis «süss & bitter»

Rosé-Weine sind besser als ihr Ruf: Es gibt gute und günstige und solche mit geringem Schwefelgehalt.

Für viele ist er der Sommerwein schlechthin, bei ebenso vielen hat er einen schlechten Ruf: der Rosé. Hauptgrund, weshalb manch ein Weintrinker über den rosa Wein die Nase rümpft: Bei der Produktion von Rosé wird mehr Schwefel eingesetzt als bei anderen Weinen - und dieser kann bei empfindlichen Personen Kopfweh verursachen.
«Schwefel ist wichtig, um den Most vor Oxidation zu schützen», sagt Önologe Michael Loubry vom Weingut Montmollin in Auvernier NE. «Mit konsequenter Kühlung können wir das Risiko der Oxidation und damit den Einsatz von Schwefel aber reduzieren.»

Keine Begeisterung für Wein im Tetrapak
Das Westschweizer Konsumenten-Magazin «A Bon Entendeur» hat günstige Rosé-Weine bis zu einem Preis von rund 10 Franken zwei Tests unterzogen: Die Neuenburger Zentralstelle für Weinbau untersuchte die Weine auf ihren Schwefelgehalt, eine fünfköp?ge Pro?-Jury beurteilte die Güte der Rosés. Degustiert haben: Marta Arranz, Önologin, Claude Bocquet-Thonney, Winzerin, Nathalie Borne, Sommelière, Tony de Carpentrie, Sommelier, und Pierre Thomas, Weinjournalist.
Das Resultat: Der Rubi Rosa aus Spanien ?el durch - wenn auch nicht überraschend: Der Rosé wird von Coop zum Spottpreis von Fr. 2.95 pro Liter im Tetrapak angeboten. Fachjournalist Thomas musste sich richtiggehend zwingen, ihn zu degustieren: «Er ist gleichzeitig süss, sauer und bitter.» Coop hält dagegen, an einen derart günstigen Wein könne man nicht dieselben Qualitätsansprüche stellen wie an einen Flaschenwein.
Erfreulich hingegen die Beurteilung des zweitgünstigsten Produkts - des südafrikanischen Rosé Tribal (Preis: Fr. 4.90 pro 7,5-dl-Flasche): Er erhielt die Note «gut». Laut Natalie Borne überzeugte er durch seine Frische und seine kräftigen Aromen.
Aus den beiden Tests ist kein direkter Zusammenhang zwischen der Qualität und dem Schwefelgehalt des Weins ersichtlich (siehe Tabelle). So erhielten die beiden Weine mit den tiefsten SO2-Werten - der Bio-Wein Domaine des Bossons sowie der Listel Gris - lediglich die Bewertung «zufriedenstellend».

20. Juni 2007 | Ueli Schmezer, Bennie Koprio


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