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Hochzinsanleihen haben in den letzten drei Jahren hervorragende Renditen erzielt. Doch nun ist die Luft dünn geworden. Das Risiko lohnt sich nicht mehr.
Je höher der Zins einer Obligation, desto höher ist in der Regel das Risiko, dass der Schuldner die Zinsen nicht begleichen oder gar die Anleihe nicht zurückzahlen kann.
Für Hochzinsanleihen ist die sogenannte Ausfallrate deshalb von grosser Bedeutung. Sie misst den Anteil der Firmen, die die Zinsen nicht mehr zahlen können.
«Die Ausfallrate war in der letzten Zeit sehr niedrig», sagt Cornel Bruhin, Experte für festverzinsliche Anlagen bei der Vermögensverwaltungsbank Clariden Leu. Das ist nicht weiter erstaunlich, lief doch die Konjunktur weltweit ausgesprochen gut.
Sobald sich die wirtschaftliche Grosswetterlage aber verdüstert, geraten mehr Firmen und auch ganze Staaten in Zahlungsschwierigkeiten. Damit steigt das Risiko für Inhaber hochverzinslicher Anleihen («Junk Bonds», wie Börsianer sie nennen), dass sie die ausstehenden Zinsen nicht erhalten.
In den letzten Jahren hat sich das Wirtschaftsumfeld in Europa und den USA ständig verbessert. Unterdessen hat sich die Konjunktur aber abgeschwächt. Diese Abkühlung ist zwar vielleicht nur vorübergehend, es ist aber auch möglich, dass die USA in eine Rezession rutschen. Das hätte Folgen für die gesamte Weltwirtschaft.
Wer derzeit Hochzinsanlagen kaufen will, muss also mit mehr Zahlungsausfällen rechnen. Gleichzeitig sind die Anleihen aber ausgesprochen teuer. Denn die Investoren haben wegen der tiefen Ausfallrate die Kurse in den letzten drei Jahren stark nach oben getrieben.
Hochzinsanleihen eignen sich zurzeit auf keinen Fall für den schnellen Gewinn. «Der Investor sollte einen langen Anlagehorizont haben», sagt Bruhin.
Zu hohes Risiko für zu geringe Zinserträge
Und selbst erfahrene Anleger sollten keine einzelnen Obligationen kaufen. Für diese Anlageform kommen praktisch nur Fonds in Frage.
Die Entscheidung für Junk Bonds sollte nicht wegen möglicher Kursgewinne getroffen werden, sondern wegen der Zinserträge. Und die sind derzeit zu gering, um das Kursrisiko zu rechtfertigen.
Was sind Junk Bonds?
Junk Bonds oder High Yield Bonds sind Obligationen von Unternehmen mit schlechtem Kreditrating. Bei solchen Firmen ist das Risiko relativ gross, dass sie zahlungsunfähig werden und den Zins nicht mehr zahlen können. Damit ein Investor dieses Risiko in Kauf nimmt, muss das Unternehmen einen höheren Zins als üblich anbieten.
Der Unterschied zwischen dem üblichen, als praktisch risikolos geltenden Zins für langlaufende Staatsobligationen und dem Zins der Junk Bonds wird Spread genannt. Je geringer der Spread, desto geringer ist die Entschädigung des Anlegers für sein grösseres Risiko.
30. Mai 2007 | Patrick Herger
