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Artikel | K-Tipp 10/2007

Minipumpen haben einen schweren Stand

12 Velopumpen im Test: Stand pumpen schnitten gut ab, Minipumpen hingegen sind nicht zu empfehlen

Standpumpen machten im Test eine recht gute Figur. Schlechter siehts bei den Minipumpen für unterwegs aus.
Wer kennt das nicht: Der Veloreifen hat zu wenig Luft, eine Pumpe muss her. Man pumpt und pumpt, aber so richtig hart will der Pneu nicht werden. Oder das Verbindungsstück am Schlauchende passt schon gar nicht aufs Ventil.
Kassensturz, K-Tipp und «Velojournal» haben fünf Standpumpen und sieben Minipumpen für unterwegs auf Leistungsfähigkeit, Handhabung und Konstruktion getestet.
Vier der fünf Standpumpen überzeugten im Test. Mit ihnen lassen sich breite und schmale Reifen vom Mountainbike bis zum Rennvelo tadellos pumpen. Auch kommen sie mit allen Ventiltypen klar. In diesem Punkt holen sich der SKS-Rennkompressor und die Topeak-Pumpe zusätzliche Pluspunkte: Sie passen sich automatisch an die unterschiedlichen Ventile an (erfasst im Kriterium Handhabung).
Generell sind grosse Standpumpen mit einem schweren Fuss angenehmer, weil sie nicht bei jeder Gelegenheit umfallen und einen langen Weg pro Pumpstoss ermöglichen. Allerdings ist Topeak JoeBlow so gross, dass die Pumpe für Kinder und Kleingewachsene eher unpraktisch ist.
Durchgefallen ist nur California aus dem Jumbo. Das Modell schafft den hohen Druck für Rennvelos nicht, es ist lotterig, und am Schluss des Tests war der viel zu kleine Fuss verbogen. Jumbo will in der nächsten Saison ein besseres Billigmodell anbieten.
Schlechter ist die Bilanz der Minipumpen. Sogar mit dem besten Modell, SKS Injex lite, ist Pumpen harte Arbeit. Die eigentlich besten Modelle, Quickex Pro und Topeak MiniMasterBlasterDX, hätten mit «gut» abgeschnitten, wären sie nicht im Test kaputtgegangen. Die Importeure der beiden Minipumpen betonen, es handle sich um Einzelfälle. Die Ersatzmodelle, mit denen der Test zu Ende geführt wurde, funktionierten ohne Pannen. Mit Abstand am schlechtesten ist die SKS- Minipumpe: Mit diesem Modell wünscht man auch seinem ärgsten Feind keinen Platten.

Gut gepumpt ist halb gefahren
Je nach Reifendruck fährt man leichter oder schwerer. Und je nach Pumpe lassen sich Pneus besser oder schlechter pumpen.
- Wer oft auf geteerten Strassen fährt, sollte einen hohen Reifendruck wählen: Das vermindert den Rollwiderstand. Im Gelände ist ein tieferer Druck vorteilhaft: So sind Bodenhaftung und Dämpfung besser. Trick: Wer schmale Reifen fährt und mal ins Gelände will, sollte etwas Luft ablassen. Das verbreitert die Auflagefläche und dämpft die Schläge.
- Mit richtig gepumpten Pneus schonen Sie Velo und Reifen: Die Pneuflanke wird weniger schnell brüchig, und Bodenunebenheiten schlagen weniger stark auf die Felgen durch.
- Der minimal und maximal zulässige Luftdruck ist auf der Flanke der meisten Pneus aufgedruckt. Jedoch häu?g in PSI, während das Manometer der Pumpe oft nur Bar anzeigt. Eine Formel hilft weiter: PSI x 0,07 = Bar. Faustregel: Rennvelo: 8 bis 9 Bar, Mountainbike: 3 bis 4 Bar. Die übrigen Velotypen liegen dazwischen. Und: Je schwerer der Fahrer, desto höherer Druck ist nötig.
Wer seine Reifen nach allen Regeln der Kunst mit Luft versehen will, sollte beim Pumpenkauf auf folgende Ausstattung achten:
- Manometer, um den Reifendruck ablesen zu können: Optimal sind solche, die den Druck sowohl in Bar als auch in PSI anzeigen.
- Ventilanschluss: sollte sich für alle drei Ventiltypen eignen. Probieren Sie ihn aus, und zwar bei hohem Druck. Erst da zeigt sich, ob er wirklich etwas taugt.
- Langer Zylinder: So geht pro Stoss mehr Luft in den Pneu und man muss sich weniger bücken.
Bei Standpumpen erleichtert ferner folgende Ausstattung die Arbeit: ein langer Schlauch, ein breiter Griff mit grossem Durchmesser und ein solider Standfuss.
(ko)

23. Mai 2007 | Rolf Muntwyler


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