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Artikel | saldo 1/2007

Satelliten-TV: Die wichtigsten Tipps

Fernsehen via Satellit ist eine günstige Alternative zum Kabelfernsehen. saldo sagt, worauf man achten muss, wenn man umsteigen will.

Eine riesige Zahl an Sendern und nur einmalige Anschaffungskosten: Fernsehen via Satellitenschüssel ist attraktiv. Vor allem in Zeiten, da Branchenleader Cablecom das Angebot im Kabelnetz immer mehr ausdünnt und trotzdem noch mehr verlangen will. Doch vor dem Umstieg von Kabel auf Schüssel gilt es einige Punkte zu beachten:

Schüsseln an vielen Fassaden verboten
Viele Vermieter verbieten TV-Schüsseln an ihren Liegenschaften. Nicht immer zu Recht: Wer die Anlage auf dem Balkon aufstellt, muss laut dem Mieterverband den Vermieter nicht um Erlaubnis fragen. Am Fenster, an der Fassade oder auf dem Dach braucht es aber eine Bewilligung.

In Vierteln, die unter Ortsbild- oder Landschaftsschutz stehen, sind Schüsseln meist verboten. Die Basler Firma CATV (www.catv-sat.ch) bietet für solche Zwecke Tarnboxen an. Aber Achtung:
Diese beeinträchtigen den Empfang, was bereits bei bewölktem Himmel zu einem schlechten Bild führt.

Hauseigentümer brauchen bei grossen Schüsseln eine Baubewilligung. Die Maximalgrösse ist kantonal geregelt.

Sichtkontakt zum Satelliten notwendig
Die Schüssel muss freie Sicht nach Süden haben. Denn die wichtigen TV-Satelliten schweben auf einer Kreisbahn über dem Äquator. Stehen Häuser, Mauern oder Bäume im Weg, nützt die beste Anlage nichts.

Die richtigen Satelliten anpeilen
Für die wichtigsten deutschsprachigen Sender muss man den Satellit Astra anpeilen. Die Schweizer SF-Sender wiederum sind nur via Hotbird (Eutelsat) zu empfangen. Wer beide Satellitensignale empfangen will, braucht aber nicht zwei Schüsseln, sondern ein zusätzliches Empfangsteil. Daher unbedingt dem Verkäufer angeben, dass man zwei Satellitensignale empfangen will.

Zudem sollte man erwähnen, ob man die Schüssel für einen oder mehrere Teilnehmer braucht. Auch hier gibt es unterschiedliche Geräte.

Durchmesser: Je grösser, desto besser
Beim Durchmesser einer Satellitenschüssel gilt: Je grösser, desto besser. Bei der SRG wird eine Grösse von 80 Zentimetern Durchmesser empfohlen. Je kleiner der Spiegel, desto schlechter empfängt er bei starkem Regen oder Schnee das Satellitensignal.

Sender fordern zusätzliche Gebühren
Noch kann der Zuschauer die meisten Sender via Satellit kostenlos empfangen. Doch nicht mehr lange: Die RTL-Senderkette will ihr digitales Signal verschlüsseln. Das heisst: Wer weiterhin via Satellit RTL, RTL 2, Super RTL, Vox und N-TV sehen will, muss in Deutschland voraussichtlich eine Monatsgebühr von 3,50 Euro (Fr. 5.60) bezahlen. Erst dann bekommt er eine sogenannte Smartcard - eine Chipkarte für den Satellitenempfänger, die das Signal entschlüsselt. Ob auch Schweizer die entsprechende Smartcard erwerben können oder in Zukunft via Satellit ohne die RTL-Sender auskommen müssen, ist noch offen.

Doch auch das Schweizer Fernsehen sendet nicht kostenlos via Satellit: Nur Personen in der Schweiz oder Schweizer im Ausland dürfen die Sender gegen eine einmalige Gebühr von 60 Franken freischalten. Auch dazu bekommt man eine Smartcard.
Je nachdem, welche Sender in Zukunft verschlüsselt sind, braucht man also mehrere Smartcards. Daher sollte man einen Satellitenempfänger mit Steckplätzen für mehrere Karten kaufen.

Übrigens: Da auch ORF eine entsprechende Karte nur für Österreicher einsetzt, kann man die ORF-Sender in der Schweiz nicht via Satellit empfangen.

Satelliten-TV: Kosten fallen nur einmal an
Eine geeignete Satellitenanlage samt Installation durch den Fachmann kostet 600 bis 1000 Franken. Hinzu kommen die einmaligen Gebühren für SF 1 und SF 2. Zum Vergleich: Bei Cablecom kostet ein digitales TV-Angebot heute pro Jahr rund 600 Franken (ab April in der billigsten Version rund 360 Franken). Für Bluewin-TV wiederum bezahlt man pro Jahr mit dem billigsten ADSL-Anschluss zirka 470 Franken.

24. Januar 2007 | Marc Mair-Noack


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