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Der Zürcher Tierschutz warnt reisserisch vor Kleidung mit Katzenfell. saldo machte eine Stichprobe in 50 Schweizer Modeläden - und fand nichts.
che gemacht. Resultat: Viele Gesch?fte verkaufen Kleidungsst?cke mit echtem Pelz, doch Katzenfell hat saldo nicht entdeckt.
Mike Weibel, Sprecher der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, ?berrascht dieses Ergebnis nicht. «Katzenfelle sind in der Schweiz ein kleines Problem», sagt er. K?rzlich habe die holl?ndische Regierung hundert verd?chtige Pelzproben aus verschiedenen Boutiquen analysieren lassen. Auch dort sei kein einziges Katzenfell gefunden worden.
W?tend ?ber den Spot ist Thomas Aus der Au, Vizepr?sident des Schweizerischen Pelzfachverbandes: «Dort sind nur Kleidungsst?cke mit Marderhundpelz und Lammfell zu sehen, allenfalls Kaninchen-, aber sicher kein Katzenfell.» Der Tierschutz mache Anschuldigungen ohne Hand und Fuss.
Bernhard Trachsel, Gesch?ftsf?hrer des Z?rcher Tierschutzes, weist jede Schuld von sich. «Wir haben die Agentur f?r Sozialmarketing (ASM) mit dem Spot beauftragt.» Dieser h?tten sie die Stossrichtung der Kampagne vorgegeben. «Es ist Aufgabe der Agentur, Abkl?rungen zu treffen und zu recherchieren», sagt Trachsel. Er stehe weiterhin hinter dem Spot. Aber: «Sollte der Zuschauer zum Schluss kommen, dass Katzenfelle auf den Winterjacken bei uns oft anzutreffen sind, war das nicht unsere Absicht.»
Auch die kritisierte Agentur verteidigt ihren Spot: «Die gezeigten Teile dienen als Beispiele f?r alle jene Kleidungsst?cke und Accessoires mit Pelz, die zurzeit im Angebot und nicht einwandfrei deklariert sind», sagt ASM-Inhaber Thomas Peter. Er gibt zu, dass die im Film gezeigten Felle nicht von Katzen stammen.
Unzul?ssig w?re es vorl?ufig noch nicht, Katzen- und Hundefelle zu importieren. Ein Verbot gilt erst mit dem neuen Tierschutzgesetz. Es wird voraussichtlich im Jahr 2008 in Kraft treten.
Deklaration: Bei kleinem Pelzanteil nicht vorgeschrieben
Wer aus ?berzeugung keinen echten Pelz kaufen will, hat es schwer: Heute muss die Herkunft der meisten Kleidungsst?cke mit Pelzteilen nicht einmal deklariert werden. Marcel Falk, Mediensprecher des Bundesamtes f?r Veterin?rwesen: «Das ist nur dann der Fall, wenn der Pelz ?ber 50 Prozent des Kleidungsst?cks ausmacht.»
Kein Wunder, stiess saldo bei der Stichprobe in den L?den auf viele Kleidungsst?cke, deren Etiketten ?ber die Art des Stoffes, aber nicht ?ber den verwendeten Pelz Auskunft gaben. Weder von welchem Tier er stammt, noch in welchem Land er verarbeitet wurde, ging aus den Etiketten hervor.
Auch das Verkaufspersonal kann meist nicht weiterhelfen. Fragt man nach der Art des Pelzes, geraten viele Verk?uferinnen in Erkl?rungsnot. So antwortete eine Reno-Verk?uferin: «Das Fell f?hlt sich ziemlich kuschelig an. Ich sch?tze, es ist Kaninchen.»
In manchen L?den erfahren die Kunden nicht einmal, ob es sich um falschen oder echten Pelz handelt - wie im Z?rcher Schuhgesch?ft Artisti. «Das ist mit Sicherheit kein echter Pelz an diesem Stiefel», sagt eine Angestellte. Eine zweite Verk?uferin meint: «Ja, sicher ist das echtes Fell, eindeutig vom Kaninchen. Das sind schliesslich Stiefel aus echtem Leder.»
Verwirrung herrscht auch bei Dosenbach. Auf die Frage, ob der Pelz am Schuh echt sei, lautet die Antwort: «Nein, das ist Wildleder.»
Pelzverkauf: Bei Modeh?usern ein heikles Thema
Unsicherheit nicht nur beim Ladenpersonal: Fragt man Eink?ufer und Gesch?ftsf?hrer von Boutiquen und Modeh?usern, ob sie echten Pelz anbieten, k?nnen einige nicht auf Anhieb Auskunft geben. «Das muss ich zuerst abkl?ren», klingt es unsicher.
Der Verkauf von echtem Pelz ist f?r die Modeh?user ein heikles Thema. Das zeigen auch weitere Reaktionen. So gaben Schild, Big und Kookai zuerst mit ?berzeugung an, keinen echten Pelz zu f?hren - obwohl saldo auch bei ihnen f?ndig wurde. Migros, Manor, PKZ und Blue Dog verkaufen zwar heute noch Mode mit echtem Fell. Doch damit soll es bald vorbei sein, versprechen die Unternehmen. Olivier Burger, Gesch?ftsleiter von Blue Dog und PKZ: «Selbst die Lieferanten k?nnen uns nicht immer Auskunft geben, wo der Pelz herkommt. Da ist es besser, auf solche Einnahmen zu verzichten.»
Sollen Pelze in L?den besser deklariert werden?
Schreiben Sie an: saldo, Postfach 723, 8024 Z?rich oder redaktion@saldo.ch
Noch viel echter Pelz in Schweizer L?den
saldo hat die Sortimente von 50 Mode- und Schuhgesch?ften auf echten Pelz ?berpr?ft - und wurde in 34 Boutiquen f?ndig. Einige dieser Gesch?fte bieten wenig echten Pelz an; diesen fand saldo etwa als Kapuzenbesatz oder Stiefelverzierung. Andere hingegen verkaufen ganze Pelzm?ntel.
Diese L?den verkaufen echten Pelz:
Artisti Schuhe, Bally, Bata, Benetton, Bernie’s, Big, Blue Dog, Ciolina, Coop, Dosenbach, Feldpausch, Geox, Globus, Grieder, Jelmoli, Jutta van D., Kookai, Loeb, Mango, Manor, Migros, Mode Wartmann, Modissa, Navyboot, Ochsner Sport, Pepe Jeans, Peter Hahn, PKZ, Reno Schuhe, Rossi, Schild, Soho, V?gele, Walder Schuhe
Diese L?den verkaufen keinen echten Pelz:
C&A, Castro, Claire’s, Clockhouse, Companys, Esprit, H&M, Metro, Mexx, Morgan, Only, Orsay, Tally Weijl, Vero Moda, Yendi, Zara
So unterscheiden Sie echten und falschen Pelz
H?ufig sieht synthetischer Pelz dem echten zum Verwechseln ?hnlich. Folgende einfachen Tricks helfen, den Unterschied zu erkennen:
Pelz f?hlen: Echter Pelz ist weich, fein und nachgiebig. Synthetischer Pelz f?hlt sich trocken und leicht klebrig an.
?ber den Pelz streichen: Echtes Pelzhaar hat eine naturgegebene Ausrichtung. Streicht man gegen echtes Fell, fliesst das Haar wieder in den urspr?nglichen Haarlauf zur?ck. Streicht der Kunde ?ber synthetischen Pelz, sp?rt er einen leichten Widerstand. Die einzelnen «Haare» sind stark miteinander verhaftet und weniger flexibel.
Haargrund anschauen: Wer bei echtem Pelz das Haar von Hand teilt, sieht das Leder, also die echte Haut des Tieres. Die Grundlage des Kunstpelzes ist ein Gewebe, das durch seine feine Struktur erkennbar ist.
In den Pelz blasen: Bl?st man sanft in echtes Fell, fliessen die Haare sch?n und leicht auseinander. Synthetischer Pelz bewegt sich bei geringem Luftzug kaum.
22. November 2006 | Angelica Schorre, Sabine Rindlisbacher
