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Früh übt sich, was ein sauberes Haustier werden will.
Auch Katzen- und Hundehalter können dazu beitragen, dass der Liebling stubenrein wird - und bleibt.
Rund 1,3 Millionen Katzen und immerhin etwa eine halbe Million Hunde leben in Schweizer Haushalten. Damit sind diese Vierbeiner die mit Abstand beliebtesten Gefährten des Menschen.
Damit das auch so bleibt, sollten Tierhalter das Jungtier an die Regeln im Haus gewöhnen - das gilt auch punkto Sauberkeit: «Man sollte mit der Erziehung beginnen, wenn die Tiere ins Haus kommen», rät Tierpsychologin Verena Grünig aus Schaffhausen. Wobei die Tierchen die Grundschule bereits hinter sich haben sollten: Junge Katzen und Hunde sollten die ersten 10 bis 12 Wochen beim Muttertier verbracht haben, bevor sie weggegeben werden.
- Sanft einsteigen
Für junge Katzen ist das Sauberwerden meist kein Problem. Damit sie sich an die Katzentoilette gewöhnen, brauchen sie dennoch Anleitung: Die Katze sanft und mit beruhigenden Worten ins Kistchen setzen, eventuell Pfote in die Hand nehmen und im Streu ein wenig scharren. «Das Kistchen zu benutzen soll von Anfang an eine gute Erfahrung sein», sagt Grünig. Und für Hundewelpen gilt: Dem Hund nach der Ankunft schon im Freien zeigen, wo er sein Geschäft verrichten kann.
- Gut beobachten
In der ersten Zeit ist viel Aufmerksamkeit gefragt: Wann immer das Büsi mit der Nase schnuppert, der Wand entlang sucht, ist es Zeit fürs Katzenklo. Meistens müssen junge Katzen unmittelbar nach dem Schlafen oder nach dem Fressen. Deshalb empfiehlt es sich, sie «auch mal prophylaktisch ins Kistchen zu stellen», so Grünig.
Junge Hunde müssen sich sehr häufig versäubern: Vor und nach dem Schlafen, nach dem Fressen und Spielen sollte man mit ihnen sofort ins Freie gehen - und das Tier überschwänglich loben, wenn der Erfolg sich einstellt. Wenn der Welpe unruhig wird und am Boden schnüffelt, wenn er sich um sich selbst dreht oder sich hinhocken will fürs Geschäft, sollten Sie sich mit dem Kleinen zum vorgesehenen Platz aufmachen. Generell braucht man bei Hunden mehr Geduld als bei Katzen. Wenn möglich sollte man die Hunde nach draussen bringen, wenn sie mal müssen.
- Zwei Toiletten - aber am am richtigen Ort
Katzen verrichten ihr Geschäft im Freien häufig gestaffelt, an verschiedenen Orten. Tierpsychologin Grünig rät daher, der Katze im Haus zwei Toiletten einzurichten - wenn möglich in verschiedenen Zimmern. «Bei Katzen, die nicht sauber sind, kann sich das Problem so entschärfen», sagt Grünig. Wobei auch zwei Katzen mit zwei Kisten auskommen sollten.
Die ideale Katzentoilette hat einen nach innen geformten Rand, damit die Katze nicht viel Streu hinausscharren kann. Nicht zu empfehlen sind Kisten mit Dach und Eingangsloch, Katzen bevorzugen offene Kisten. Auch sollte man das Katzen-WC an einen nicht allzu belebten, aber jederzeit zugänglichen Ort stellen.
- Streu nicht allzu oft
vollständig wechseln
Die Streu sollte nicht allzu scharfkantig sein, die meisten Katzen mögen sandige Unterlagen. Wichtig: Hat der Haustiger eine Streusorte akzeptiert, sollte man dabei bleiben. Ins Kistchen gehört übrigens eher zu viel als zu wenig Streu. Die Streu vor allem am Anfang nicht allzu oft vollständig wechseln. Kot und nasse Klumpen aber regelmässig entfernen. Einige Tröpfchen Urin stören nicht, weil der «Geruch den Katzen Sicherheit gibt», sagt Verena Grünig. Aber unsaubere Toiletten benutzen die reinlichen Tiere mit der Zeit nicht mehr. Gleichzeitig gilt es, auf Menschennasen Rücksicht zu nehmen: Kistchen regelmässig mit heissem Wasser und etwas Putzmittel reinigen. Kein Desinfektionsmittel verwenden - das schreckt Katzen ab.
- Katze markiert im Haus:
Detektiv spielen
Wenn ein Tier plötzlich unsauber wird oder im Haus markiert, muss man «Detektiv spielen», so Grünig. Man versucht somit herauszufinden, woran es liegen könnte. Womöglich hilft es, einen der erwähnten Punkte zu berücksichtigen. Vor allem Katzen reagieren stark auf Veränderungen, etwa wenn Babys ins Haus kommen, die Wohnung neu möbliert wird, eine neue Katze im Quartier auftaucht. Dann kommt es vor, dass eine Katze plötzlich im Haus markiert. Das Problem kann verschwinden, sobald sich das Tier an die Situation gewöhnt hat.
- Markierte Stellen:
Wie Katzen umlernen
Kater markieren ihr Revier mit Urin. Nach der Kastration hört dieses Verhalten innerhalb des Hauses normalerweise auf. Andernfalls kann es helfen, «die Bedeutung markierter Stellen zu verändern», so Grünig. Zunächst sollte man die betroffenen Stellen gründlich reinigen, etwa mit einem biologisch abbaubaren Reinigungsmittel. Keine ammoniakhaltige Lösung verwenden: Sie riecht für Katzennasen nach Urin. Danach Futter auf die Stelle legen oder dort mit der Katze spielen - damit signalisiert man ihr, dass dies kein Platz zum Markieren ist.
- Unsaubere Tiere
nie bestrafen
Strafmassnahmen gegen Unsauberkeit sind sinnlos. «Das Tier wird nur verunsichert, und die Beziehung zum Menschen nimmt Schaden», sagt Verena Grünig. Völlig unsinnig ist es etwa, die feinen Katzen- und Hundenasen in Kot oder Urin zu drücken. «Das Tier lernt daraus nur, dass sein Herrchen offenbar unberechenbar und grausam ist.»
Tierpsychologische Hilfe
Wer Fragen rund um die artgerechte Haltung von Haustieren hat, kann sich an den Berufsverband Vieta wenden. Er führt eine Liste von tierpsychologischen Beraterinnen und Beratern aus verschiedenen Regionen. Die Liste kann beim Verband angefordert werden (adressiertes und ausreichend frankiertes Couvert C5 beilegen):
Vieta, Postfach, 8492 Wila
Weitere Infos: www.vieta.ch
27. September 2006 | STEFAN CHRISTEN
