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Häuser und Einrichtungen kann man selber am PC planen. Die virtuellen Architekten werden immer ausgefuchster. Doch häufig genügt günstige Software.
Natürlich kann man jederzeit zu Papier und Bleistift greifen, wenn die Möblierung der neuen Wohnung skizziert oder der Grundriss fürs Eigenheim entworfen werden soll. Die klassische Methode hat freilich ihre Tücken: Was auf Papier gut aussieht, entspricht später nicht unbedingt der Wirklichkeit. Wer den Plänen auf Papier beziehungsweise seinen Bildern im Kopf nicht traut, dem helfen seit einigen Jahren so genannte Wohnungs- und Hausplaner von zumeist deutschen Software-Anbietern (siehe Tabelle).
Die Programme verwandeln zweidimensionale Entwürfe in dreidimensionale Ansichten und ermöglichen auch Hobby-Architekten eine mehr oder weniger exakte Planung am Bildschirm. Schon für rund 20 Franken lassen sich mit diesen Programmen Möbel im virtuellen Raum verschieben, Mauern ziehen, Böden legen oder ein selbst entworfenes Haus in eine dreidimensionale Form bringen.
Allerdings: Wer keine oder nur wenig Erfahrung im Entwerfen, geschweige denn mit CAD-Programmen (Computer Aided Design) mitbringt, stösst bei den virtuellen Einrichtungshilfen rasch an Grenzen. Die Programme verfügen mittlerweile über eine Fülle von Funktionen, als Hobby-Planer verliert man da schnell den Überblick.
Günstige Programme für Hobby-Planer
Generell fahren Einsteiger mit günstigen Programmen (bis ca. 50 Franken) besser, auch wenn deren Möglichkeiten eingeschränkt sind. Teurere Software ist häufig kompliziert zu bedienen und eignet sich nur für ambitionierte Hobby-Planer bis Halbprofis mit Vorkenntnissen in architektonischer Planung und im 3D-Design.
Im Handel wird auch WohnSoftware angeboten, die nicht als PC-Planer im eigentlichen Sinn gelten darf. Im Zuge des Heimwerker- und Wohn-TV-Booms versuchen Fernsehsender, ihre so genannten «Deko-Soaps» (siehe Seite 36) mit Computerprogrammen kommerziell zusätzlich zu verwerten. Diese Software, etwa der RTL-Ratgeber «Einsatz in vier Wänden», ist nicht viel mehr als die Fortsetzung der Sendung mit den Mitteln der CD-ROM, nämlich eine kunterbunte Sammlung von Einrichtungs-Tipps und Video-Clips.
Eine gute Alternative zu den anspruchsvolleren Wohnungsplanern ist hingegen Gratis-Software, die im Internet frei verfügbar ist. Bei der Grossbank Credit Suisse lässt sich etwa eine abgespeckte Sonderversion des Wohnungsplaners von Data Becker gratis downloaden. Oder man behilft sich mit dem kostenlosen Programm Google SketchUp: Damit kann man dreidimensionale Modelle von Objekten, Räumen und Häusern entwerfen.
Allerdings sollte man auf der Suche nach Gratis-Programmen im Internet Vorsicht walten lassen: Wie im Falle des «3D Wohnraumplaners» von Ascom entpuppt sich die vermeintliche Freeware gelegentlich als reiner Lockvogel für kommerzielle Programmversionen.
Die Wirklichkeit sieht immer anders aus
Wer am Computer nur Möbel herumschieben will, kann es schliesslich auch mit PC-Planern von Möbelhäusern versuchen: Mit dem Büro- und Küchenplaner von Ikea zum Beispiel lassen sich zwar nur Produkte des Hauses im virtuellen Raum platzieren, die Darstellung kann sich aber sehen lassen.
Allen Beteuerungen der Hersteller zum Trotz sind aber die meisten Programme noch nicht in der Lage, fotorealistische Umsetzungen der Entwürfe auf den Bildschirm zu zaubern. Unter dem Strich sieht die Wirklichkeit am Computer immer noch sehr künstlich aus. Ein weiterer Schwachpunkt: Kaum eine Planungs-Software liefert aussagekräftige Informationen über die Machbarkeit und die Kosten eines entworfenen Projektes - und wenn, dann sind diese Berechnungen auf deutsche Verhältnisse ausgelegt.
KAUF-KRITERIEN
- System: Die meisten Wohnungsplaner laufen nur am PC (ab Windows 98 oder neuer). Mindestvoraussetzungen sind 128 MB Arbeitsspeicher (besser 256 MB RAM und mehr) und mindestens eine 16-MB-Grafikkarte. Eine Liste von verfügbaren Programmen für den Mac findet sich im Internet unter http://guide.apple.com/de/categories/3d.lasso.
- Darstellungsfunktionen: Die realitätsnahe Umwandlung von zweidimensionalen Entwürfen und Grundrissen in 3D-Ansichten ist sehr unterschiedlich. Kriterien sind etwa: Umfang der Konstruktionshilfen, Darstellung der Umgebung, Licht-Schatten-Effekte, virtuelle Kamerafahrt.
- Objektauswahl: Achten Sie auf den Umfang der verfügbaren Projektvorlagen und der Objektbibliothek (Fenster, Türen, Möbel, Farbmuster, Tapeten, Bodenbeläge usw.). Bei anspruchsvolleren Programmen lassen sich eigene Projekte, Objekte bzw. Fotos in die Gestaltung integrieren.
- Details: Für detaillierte Entwürfe bedarf es millimetergenauer, massstabsgerechter Planung. Dies ist nur mit teureren Programmen möglich. Wer nur ungefähre digitale Skizzen herstellen will, wird auch mit preiswerter Software zufrieden sein.
27. September 2006 | STEFAN CHRISTEN
