|
(0) |
Rabatte von 30 Prozent liegen bei Küchengeräten drin - auch ohne Feilschen. Denn in den Katalogen stehen Fantasiepreise. Das zeigt eine Stichprobe.
Haus & Garten» holte 76 Offerten für Einbauherde, Kühlschränke und Geschirrspüler bei Haushaltapparate-Händlern und Küchenbauern in den Regionen Basel, Bern und Zürich ein. Gefragt hat «Haus & Garten» nach Geräten der Marken Bauknecht, Electrolux, Miele sowie V-Zug. Und die Offerten mussten einschliesslich «aller Rabatte sowie der Kosten für Lieferung und Montage» erstellt werden.
Das Ergebnis
- Offerten lieferten neun der neunzehn angefragten Händler.
- Der grösste Rabatt belief sich auf 32 Prozent des Katalogpreises.
- Nur ein Händler bot weniger als 20 Prozent. Dafür lieferte er kostenlos und verlangte nichts für Installation und Entsorgung.
- Am höchsten waren die Rabatte für die Electrolux-Geräte (im Schnitt 26,6 Prozent), am niedrigsten für die Geräte von V-Zug (25 Prozent).
Erstaunlich - denn «Haus & Garten» hat nicht einmal gefeilscht. Wer den einen Anbieter gegen den anderen ausspielt, kann durchaus noch das eine oder andere Prozent herausholen. Damit machen die Rabatte rasch einmal mehrere hundert Franken aus.
Doch warum drucken Importeure und Hersteller in ihren Katalogen Fantasiepreise, die kein Kunde zahlen muss? Warum legen sie nicht einigermassen realistische Preise fest? Warum sorgen sie bei den Kunden derart für Verwirrung?
Die Angesprochenen winden sich. Von Miele erhielt «Haus & Garten» keine Antwort. Electrolux verwies an den Fachverband Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA). Begründung: «Die Preisstruktur für die Schweiz ist Sache des Fachverbandes und nicht der einzelnen Hersteller.»
Und der FEA? «Das Preissystem mit der Gewährung von Zusatzrabatten entspricht langjähriger Branchenusanz», sagt Geschäftsführer Rudolf Bolliger. Die hohen Katalogpreise ermöglichten dem Handel, «sich mit guten Angeboten im Wettbewerb zu profilieren».
Richtpreise ohne Richtung
Diese Möglichkeit nutzen vor allem die Küchenbauer. Sie blenden in ihren Offerten mit astronomischen Rabatten auf den Küchengeräten. Und für die Möbel geben sie nur den Gesamtpreis bekannt, sodass der Kunde nicht erfährt, was Tablare, Schranktüren oder Schubladen tatsächlich kosten.
Von Bauknecht kamen nichtssagende Antworten. Beispiel: «Katalogpreise sind Richtpreise.» Seltsam nur: Nach den so genannten Richtpreisen richtet sich niemand. Ähnlich tönts von V-Zug: «Die in unserer Preisliste aufgeführten Preise sind nur Richtpreise für den Konsumenten und eine Kalkulationsbasis für den Handel.»
Fantasiepreise nicht erlaubt
Doch spätestens an diesem Punkt begeben sich die Küchengeräte-Hersteller und -Importeure auf juristisches Glatteis. Denn Preislisten dürfen laut Artikel 16 der Preisbekanntgabe-Verordnung keine Fantasiepreise enthalten.
So schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in seinen Erläuterungen zur Preisbekanntgabe-Verordnung ausdrücklich: «Ein Richtpreis darf bekannt gegeben werden, wenn er von anderen Anbietern im zu berücksichtigenden Marktgebiet für die überwiegende Menge gleicher Waren tatsächlich gehandhabt wird.»
Das ist bei Küchengeräten offensichtlich nicht der Fall. Kein einziges der offerierten Küchengeräte wäre nämlich auch nur annähernd so teuer gewesen, wie die Katalogpreise glauben machen.
Das Seco spricht in solchen Fällen denn auch von «Mondpreisen». Diese könnten zwar durchaus «als Kalkulationsbasis für den Zwischenhandel dienen», nicht aber gegenüber den Konsumenten genannt werden.
DIE WICHTIGSTEN TIPPS
- Nehmen Sie die Preislisten der Küchengeräte-Hersteller und -Importeure keinesfalls für bare Münze.
- Beachten Sie, dass auch ein Vergleich zwischen den Preisen der einzelnen Hersteller kaum möglich ist. Denn etliche Händler geben auf die Geräte der verschiedenen Marken unterschiedliche Rabatte.
- Wählen Sie die Geräte aus, die für Sie in Frage kommen, und holen Sie Offerten ein.
- Bilden Sie sich nichts auf Rabatte von 20 bis 30 Prozent ein. Diese sind in der Branche üblich.
- Achten Sie auf die Kosten für Lieferung und Montage. Manche Händler langen da kräftig zu.
- Feilschen Sie gegebenenfalls um weitere Rabatte.
Bei Kühlschrank 670 Franken gespart
Den höchsten Rabatt offerierten in der Stichprobe die Firmen ADH aus Egg ZH und Artek aus Zürich: 32 Prozent auf Kühlschränke. Dieser Rabatt macht beim Bauknecht-Modell KVIF 2009/A einiges aus. Dieser Kühlschrank kostet nämlich laut Katalog 2090 Franken. Bei ADH und Artek zahlt man gerade mal Fr. 1421.20. Ersparnis: fast 670 Franken.
Wohnen: Tipps und Tricks
- Zeitungspapier für Cheminée-Glas
Verrusste Glasscheiben von Cheminées werden auch ohne Spezialreiniger sauber. Feuchten Sie Zeitungspapier an, halten Sie es in die Asche und reinigen Sie damit die Scheibe. Sie wird blitzblank.
- Feuchtes Tuch hinter den Radiator
So entfernen Sie Staub vom Heizungsradiator, ohne dass dabei die ganze Wohnung verstaubt: Hängen Sie ein feuchtes Tuch hinter den Radiator und blasen Sie den Staub mit einem Föhn weg. Er wird am feuchten Tuch hängen bleiben.
- Grafit an den Türschnapper
Ein Hausmittel gegen störende Geräusche von Türschnappern ist Grafit. Fahren Sie mehrmals mit einem Bleistift über die schräge Fläche des Schnappers. Dank des Grafits gleitet der Schnapper nahezu lautlos in den Türrahmen.
Machen Sie mit!
Bestimmt kennen auch Sie Tipps und Tricks für den Wohnalltag, die Sie anderen Leserinnen und Lesern mitteilen möchten. Schreiben Sie uns:
«Haus & Garten», Tricks, Postfach 431, 8024 Zürich, redaktion@ktipp.ch
28. Juni 2006 | MARCO DIENER
