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Einfach und schnell Sprudelwasser machen, damit werben Soda-Club und Co. Doch in den Plastikflaschen setzen sich leicht Bakterien fest.
Sodasprudler sind häufig mit Keimen verunreinigt. Untersuchungen der Universität Freiburg zeigen, dass Wasser aus den Sodageräten oft deutlich höher belastet ist, als es die Trinkwasserverordnung zulässt. Von 60 Geräten aus verschiedenen Haushalten waren 24 mit Keimzahlen belastet, die weit über dem Grenzwert für Leitungswasser (100 000 Keime pro Liter) liegen.
Bakterien an der Innenwand der Sprudelflaschen
In zehn Proben fanden die Wissenschafter mehr als eine Million Keime, darunter Spross- und Schimmelpilze sowie Darmkeime, die überhaupt nicht in Trinkwasser vorkommen dürfen. Für Menschen mit geschwächter Abwehr können solche dauerhaften Verunreinigungen ein Problem sein, warnen die Forscher.
Bereits vor zwei Jahren waren Hygienewissenschafter auf Fälle aufmerksam geworden, bei denen Konsumenten nach dem Genuss von selbstgemachten Sprudelgetränken Magen-Darm-Probleme bekamen. Diese verschwanden, wenn sie auf das Sodawasser verzichteten.
Noch sind keine Glasflaschen erhältlich
Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der deutschen Universität Mainz untersuchte damals 52 benutzte Geräte und fand in 40 Prozent der Wasserproben Kolibakterien. Studienleiter Wolfgang Kohnen: «Das Hauptproblem sind die Sprudelflaschen. An den Innenwänden bildet sich leicht ein Bakterienfilm, der immer wieder als Quelle für Keime dient.»
Für Andrea Aliotti vom europäischen Marktführer Soda-Club besteht trotz der alarmierenden Untersuchungsresultate kein Anlass zum Handeln. «Wir überlegen uns aber, bei den einzeln verkauften Sodaflaschen eine ähnlich ausführliche Gebrauchsanweisung mitzuliefern wie beim Gerät.» Spülmaschinentaugliche Glasflaschen für die bisherigen Apparate sind nicht geplant. Das Unternehmen verweist auf «eine Neuentwicklung für höchste Ansprüche», den Soda-Stream Penguin. Dieses Gerät ist gut doppelt so teuer wie das klassische Modell - und enthält eine Flasche aus Glas.
Sc
Heiss spülen und trocknen lassen
Um zu verhindern, dass sich in den Plastikflaschen Keime festsetzen, die gesundheitsschädigend sind, sollte man sich an folgende zwei Punkte halten:
- Die Flaschen sollten möglichst nach jedem Gebrauch mit heissem Wasser und Spülmittel ausgewaschen werden. Die Flaschen vertragen laut Herstellern 50 Grad heisses Wasser. Spülmaschinentauglich sind sie allerdings immer noch nicht.
- Die Flasche nach dem Waschen nicht sofort zuschrauben, sondern erst gut abtrocknen lassen.
07. Juni 2006
