|
(0) |
Im digitalen Zeitalter fristet die LP-Sammlung daheim ein Schattendasein. saldo zeigt, wie sich die Vinylscheiben einfach auf CD überspielen lassen.
Der gute alte Plattenspieler gehört längst zur Mediensteinzeit. Doch wer seine Vinyl-Lieblinge auch auf dem CD-Spieler hören will, kann die Musik ohne Spezialausrüstung und mit wenig Software auf eine beschreibbare CD übertragen. Alles, was man an Geräten dazu braucht: einen Plattenspieler mit Verstärker, einen Computer mit CD-Brenner und einem Eingang für Tonsignale sowie ein Verbindungskabel.
1. Der richtigeAnschluss
Das Verbindungskabel muss auf der einen Seite zwei Cinch-Stecker (meist rot und weiss, siehe unten) und auf der anderen Seite einen 3,5-mm-Klinkenstecker (wie beim Walkman üblich) aufweisen. Der Klinkenstecker kommt in den PC-Audioeingang, die Cinch-Stecker in den Verstärker der Stereoanlage. Der Audioausgang an der Verstärkerrückseite ist meist mit «Aux Out», «Line Out» oder «Tape Rec» angeschrieben. Wichtig: Den Plattenspieler nicht direkt mit dem PC verbinden. Das Signal ist ohne Verstärker viel zu schwach.
2. Gratis auf den PC kopieren
Nun kommt die Software ins Spiel: Für diese Zwecke gut geeignet ist die Freeware «Audacity» (www.audacity. de). Mit ihren grossen Aufnahme- und Stopptasten im Programmfenster ist sie ohne Vorkenntnisse einfach zu bedienen.
Bevor man sich ein ganzes Album vornimmt, lohnt sich eine Probeaufnahme. Sollte man keinen Ton hören: In der PC-Einstellung sicherstellen, dass als Aufnahmequelle «Line In» angewählt ist. Ebenfalls beim «Line In»-Regler sollte man das Eingangssignal so weit zurückdrehen, dass der Ton nicht zu laut aufgenommen wird und verzerrt klingt.
Hat man die Voreinstellungen hinter sich, gehts ans Aufnehmen. Am einfachsten nimmt man die ganze LP-Seite in einem Stück auf. Für das Brennen auf CD braucht man zwar die verschiedenen Titel als einzelne Dateien, doch dies konnte «Audacity» im saldo-Versuch überraschend gut auch im Nachhinein noch erledigen. Ist die Musik auf der Festplatte, findet das Programm nämlich selbständig die Pausen zwischen den Stücken (unter «Analyse»/«Silence Finder») und markiert sie. Mit dem Befehl «mehrere Dateien exportieren» speichert «Audacity» nun die Teile in einzelne Musikdateien ab.
3. Dateien auf CD brennen
Will man diese Dateien auf eine CD übertragen, muss man beim Speichern das Format .wav einstellen. Dieses kann von jeder Brenn-Software gelesen werden. Mit einem solchen Programm lassen sich die gewünschten Dateien nun zusammenstellen und brennen.
4. Knistern beseitigen am PC
Bei mancher Vinylscheibe trüben störendes Knistern oder laute Knackser den Hörgenuss. Darum: Die Schallplatte und die Nadel vor der Aufnahme sorgfältig reinigen. Für die Platte selbst eignet sich destilliertes Wasser.
Wem dies nicht reicht, der braucht spezielle Software für die aufgenommenen Dateien auf der Festplatte. saldo testete dazu vier kostenpflichtige Programme. Fazit: Die ideale Lösung für den Privatnutzer ist noch nicht erfunden. Je stärker die typischen LP-Geräusche gedämpft werden, desto mehr leidet die Qualität der Aufnahme.
«Nero Sound Trax», welches bei der Brenn-Software «Nero 6» enthalten ist (www.nero. com), lieferte die schlechtesten Ergebnisse. Die anderen Programme führten zu brauchbaren Resultaten. Die günstigste dieser Lösungen ist der «Audiograbber» (www.audio grabber.de), allerdings benötigt diese Freeware das Plug-in-Zusatzprogramm «Easy De Clicker» für 23 Franken (www.algorithmix. com/easytools/de), für dessen Installation man einige PC-Kenntnisse mitbringen sollte. Anwenderfreundlicher sind «Wave Purity» (www. wavepurity.com), erhältlich für 54 Franken, sowie «Music Cleaning Lab 2006» von Magix (für 56 Franken bei www. magix.de). Diese beiden Produkte lassen sich mit Demoversionen ausprobieren und vergleichen.
Ein Tipp für Geduldige: Sollen nur wenige, laute Knackser entfernt werden, schneidet man diese am besten in «Audacity» eigenhändig mit der Maus heraus. Meist sind sie in der visuellen Darstellung gut sichtbar. So bleibt die Qualität der Aufnahme erhalten.
24. Mai 2006 | Marc Mair-Noack
