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saldo stellt Gratisprogramme vor, die unabsichtlich entfernte Bilder auf der Digitalkamera wieder zum Vorschein bringen.
Mit Digitalkameras lassen sich einfach und schnell Fotos schiessen. Wer dabei schon mal auf den falschen Knopf gedrückt hat, weiss: Auch das Löschen der Bilder ist einfacher, als einem lieb ist. Wenn dieses Missgeschick geschieht, gilt: Nicht weiterfotografieren! Denn je weniger man nach dem ungewollten Löschvorgang auf die Speicherkarte aufnimmt, desto höher sind die Chancen, Bilder zu retten.
Im Internet gibt es diverse Gratisprogramme, die einem helfen, gelöschte Bilder zu «retten». Die Bedienung ist bei all dieser Software recht einfach: Im Bedienungsfenster das Laufwerk auswählen, welches für die Kamera steht, sowie einen Speicherort auf dem Computer für die geretteten Fotos eingeben. Drückt man nun auf «Start», durchsucht das Programm die Speicherkarte nach verloren gegangenen Bildern.
PC Inspector Smart Recovery: Alle Fotos wiederhergestellt
saldo testete drei Gratisprogramme. Verwendet wurde eine Digitalkamera mit einer 64-Megabyte-Speicherkarte und 85 darauf gespeicherten Fotos. Die Bilder wurden gelöscht, drei neue Fotos geknipst und dann der Rettungsversuch gestartet. Resultat:
- PC Inspector Smart Recovery: Diese Software (www.pcinspector.de unter «smart recovery») überzeugte im Test am meisten. Sie fand sämtliche gelöschten 85 Fotos.
- Digital Image Recovery (zu finden auf www.happyfoto.de/rescue.php) war weniger erfolgreich. Es fand auf derselben Speicherkarte nur 81 von 85 gelöschten Fotos.
- Exif Untrasher (unter www.macupdate.com/info.php/id/11861): Diese Software für Mac-Benutzer ist ebenso einfach zu bedienen wie die PC-Programme. Im Test konnte sie 82 von 85 gelöschten Fotos wiederherstellen.
Bildinformation existiert noch, ist aber nicht sichtbar
Daneben testete saldo mit Digital Picture Recovery auch eine kostenpflichtige Software (www.top-download.de/id_3563.html). Das Ergebnis: Digital Picture Recovery fand sämtliche 85 gelöschten Fotos. Dies jedoch für satte 52 Franken. Immerhin gibt es eine kostenlose Demo-Version, die eine Vorschau der geretteten Fotos anzeigt. Somit kann man vor dem Kauf ausprobieren, ob das Programm das gesuchte Foto überhaupt findet.
Fazit: Erste Wahl bei gelöschten Fotos ist der PC Inspector. Wenn das vermisste Bild trotz dieser Software noch fehlt und man sicher ist, nach dem Löschen keine Fotos mehr aufgenommen zu haben, lohnt es sich, weitere Programme einzusetzen.
Doch warum finden die Programme überhaupt längst gelöschte Fotos? Der Grund liegt in der Methode, wie die Kamera mit einer gelöschten Datei umgeht. Sie wird normalerweise nicht spurlos entfernt, sondern der Platz auf der Speicherkarte wird zunächst nur zum Überschreiben freigegeben. Die Bildinformationen existieren also noch, sind aber nicht mehr sichtbar. Die getesteten Programme können diese Dateien noch lesen und auf dem PC sichern. Dabei ist es übrigens egal, ob man nur einzelne Bilder versehentlich löscht oder die gesamte Speicherkarte neu formatiert. Erst wenn der Benutzer ein neues Bild abspeichert, werden alte Bilder überschrieben.
Tipps zum sicheren Umgang mit Digitalfotos
- Beim Überspielen der Fotos von der Speicherkarte auf die PC-Festplatte nicht den Befehl «verschieben», sondern «kopieren» verwenden. So bleiben die Daten auf der Kamera. Hat man geprüft, ob die Fotos auf der Festplatte heil angekommen sind, kann man die Speicherkarte der Kamera löschen.
- Wichtige Originale vor der Bearbeitung auf eine CD brennen. Denn häufig überschreibt man aus Versehen Originalfotos beim Nachbearbeiten am PC.
- Von der endgültigen, bearbeiteten Fotosammlung regelmässig Sicherheitskopien auf CD oder DVD brennen. Tipp: Beim Erstellen einer neuen CD im Brennprogramm «Multisession» anklicken. So lassen sich die Daten auf dem Silberling laufend mit neuen Bildern ergänzen.
26. April 2006 | Marc Mair-Noack
