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Artikel | Haus & Garten 1/2003

Gift auf dem Kopf

Grün, blau, orange - das Färben und Tönen der Haare liegt im Trend. Doch weder chemische noch pflanzliche Farben sind empfehlenswert.

Die Konsumenten-Zeitschrift Saldo liess 22 gängige Haarfärbeprodukte in 5 Farbtönen testen. Das Resultat: Bei allen fanden die Prüfer gesundheitsschädigende Stoffe. Besonders problematisch sind so genannte aromatische Amine. Zu dieser Gruppe gehören Phenylendiamin und 2,5-Toluylendiamin.

Diese Stoffe werden von Chemikern als giftig, allergieauslösend und umweltgefährlich eingestuft und stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Die Konzentrationen der beiden Substanzen in den einzelnen Produkten variieren beträchtlich. Generell lässt sich sagen: Je dunkler der Farbton, desto höher die Dosis der verwendeten Gifte. Auffällig ist auch, dass es Hersteller gibt, die sparsamer mit diesen Substanzen umgehen als andere.


Substanzen können Erbgut schädigen

Goldwell Topchic 3-nnn, L'Oréal Open Color, L'Oréal Récital Preference und Wella Viva Color enthielten am meisten dieser bedenklichen Stoffe. Nebst den erwähnten Giftstoffen fanden die Tester Substanzen mit erbgutschädigender Wirkung.
«Deshalb ist keines dieser Produkte empfehlenswert», heisst es im Saldo. Zum gleichen Schluss kommt eine Untersuchung der deutschen Zeitschrift «Öko-Test» bei Tönungsmitteln (2/02). Diese gelten als sanfte Alternative zu den Colorationsprodukten. Doch die getesteten Mittel enthalten ebenfalls gesundheitsschädigende Chemikalien. Aus diesem Grund raten die Prüfer vom Tönen des ganzen Schopfs ab.


Henna: Vorsicht bei dunklen Farbtönen

Das geringste Risiko geht man mit pflanzlichen Tönungsmitteln ein. Im Gegensatz zu chemischen Färbemitteln, die in die Haarstruktur eindringen, legen sich Pflanzenhaarfarben wie ein Film um das Haar.

Hauptbestandteil vieler Produkte sind die rot färbenden Blätter des Henna-strauches. In Verbindung mit anderen pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Walnussschalen, Kamille und Indigo lassen sich damit Farbnuancen von Goldblond über Braun bis Schwarz erzielen.

Die besten Resultate erreicht man bei hellen Haaren. Dunklen Haaren geben Pflanzenfarben einen Kastanienbraunreflex und grauen eine Orangetönung. Ein Gemisch von Henna mit pulverisierten Indigoblättern ruft blauschwarze Farbtöne hervor, Henna rein schwarze.

Vorsicht: Einige Hennaprodukte mit dunklem Farbton sind mit dem problematischen Farbstoff Phenylendiamin versetzt, warnt Ralph Trüeb, Leitender Arzt der Dermatologischen Klinik des Unispitals Zürich. Ein Blick auf die Inhaltsangabe lohnt sich deshalb. Und Judith Amberg vom Bundesamt für Gesundheit warnt vor Lawsone, dem roten Farbstoff in Henna. Er hat ein «gewisses erbgutschädigendes Potenzial».

(sp)

Saldo, Ausgabe 19/02, für Fr. 3.70 inkl. Porto zu bestellen unter Tel. 01 254 32 32.

01. Januar 2003


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