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Test | K-Tipp 13/2010

Windeln

Ein K-Tipp-Test zeigt: Die meisten Babywindeln nehmen Feuchtigkeit gut auf, sind hautfreundlich und angenehm zu tragen.

Familien geben für Windeln viel Geld aus: Im letzten Jahr bezahlten sie in der Schweiz über 100 Millionen Franken. Der K-Tipp wollte wissen, wie es um die Qualität der verschiedenen Produkte bestellt ist, und schickte zehn ins Labor. Getestet wurden etablierte Marken, Eigenmarken und ein Ökoprodukt.

Fachleute des deutschen Instituts für Produktforschung und Information (ipi) prüften im Labor Aufsauggeschwindigkeit, Flüssigkeitsaufnahme und -abgabe. In einem Praxistest beurteilten zudem Eltern Feuchtigkeitsaufnahme, Auslaufschutz, Passform, Handhabung und Haltbarkeit (siehe unten).

Sehr gut war nur ein Produkt: Pampers Baby-Dry. Mit 48 Rappen pro Stück gehört diese Windel aber zu den teuersten im Test. Sie hat in allen Punkten die Testpersonen am meisten überzeugt. Wesentlich günstiger, aber fast so gut sind sieben weitere Produkte. Sie erhielten die Note «gut». Zwei haben «genügend» abgeschnitten. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten die Eigenmarken von Lidl, Denner und Aldi, die alle gut abschnitten: Eine Windel kostet dort nur 21 Rappen.

Eine gute Babywindel muss den Urin schnell aufsaugen und dann speichern, damit die Haut ­trocken bleibt. Huggies Super-Dry und Delora Ökowindel erhielten bei der Laboruntersuchung für das Kriterium Aufsauggeschwindigkeit nur genügende Noten: Bei beiden dauerte es beinahe doppelt so lange wie bei den besten, bis die Oberfläche die Feuchtigkeit aufgenommen hatte. Alle erzielten aber bei den Punkten Flüssigkeitsaufnahme und -abgabe sehr gute Noten. Deshalb sollte jedes Produkt guten Schutz bieten.

Im Alltag sieht die Situation allerdings anders aus, wie der Praxistest zeigt. Zwölf Eltern beurteilten, wie sich die Windeln bewähren: Die zwei Produkte der Coop- und Migros-Billiglinien und die teure Ökowindel zeigten in der Praxis bei einigen Punkten Schwächen: Für manche Eltern sind diese drei insgesamt etwa weniger saugstark, sitzen nicht optimal, oder das Material ist weniger robust.

Am wenigsten Lob gab es für die Ökowindel, die laut Hersteller aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt ist und die Umwelt weniger belasten soll. Mehrere Kinder hatten beim Wickeln einen feuchten Po. Das ist laut der Prüfleiterin vermutlich auf das luftundurchlässige Aussenmaterial zurückzuführen. Die Folge waren Rötungen oder Hautreizungen.

Für Axel Neumann, Inhaber des Windelversandes Schweiz, ist diese Problematik neu und das mässige Abschneiden nicht nachvollziehbar: «Diese Windel wurde von unserer Kundschaft tausendfach getestet und als sehr gut eingestuft.» Oft werde eine falsche Grösse verwendet. So entstünden Druckstellen. Zudem garantierten die Werte aus Labortests, die der Hersteller durchführen liess, eine schnelle Absorption.

Die Migros verweist darauf, dass die M-Budget-Windel im Vergleich zu Milette aufgrund der Preisdifferenz Unterschiede aufweisen müsse. Aber: «Eine M-Budget-Windel deckt die Grundbedürfnisse eines Babys noch gut ab», betont die Migros.

Bei den restlichen Produkten gab es nur wenig zu bemängeln. Die Windeln halten die Nässe gut zurück. Es kam nur vereinzelt zu leichten Hautreizungen oder Druckstellen. Da jedoch jedes Baby anders reagiert, ist es ratsam, verschiedene Produkte auszuprobieren.


So wurde getestet

Praxistest: Alle Windeln wurden in zwölf Haushalten mit Babys zwischen 7 bis 18 Kilo (Windelgrösse Maxi 4) während drei Tagen getestet. Je zur Hälfte an Mädchen und Knaben. Die Eltern beurteilten die Windeln anhand eines Fragebogens. Sie mussten unter anderem folgende Fragen beantworten:

  • Wie gut saugt die Windel Flüssigkeit auf, und wie gut schützt sie vor Feuchtigkeit?
  • Tritt Urin oder Stuhl aus?
  • Sind Hautreizungen oder Rötungen aufgetreten?
  • Wurden Druckstellen auf der Haut oder ein Einschneiden der Windel festgestellt?
  • Wie gut passt die Windel punkto Grösse, Form und Tragekomfort?
  • Haften die Klebe- und Verschlussteile auch noch nach mehrmaligem Öffnen und Schliessen?


Laborprüfung: Im Labor des ipi-Instituts für Produktforschung in Stuttgart (D) wurde gemessen, wie schnell die Windeln Flüssigkeit aufsaugen. Mit einem Filter­papier massen die Fachleute, ob die Windeln die Feuchtigkeit nicht wieder abgeben.

23. August 2010 | Susanne Rufer, Redaktion K-Tipp


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Auch günstige Windeln schützen gut
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