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Test | saldo 20/2009

Funkwecker

Ferngesteuerte Wecker geben die Zeit sekundengenau an. Doch sie belasten die Schlafenden mit Elektrosmog. Das lässt sich aber mit Batteriebetrieb weitgehend verhindern.

Funkwecker senden selber keine Strahlung aus. Sie empfangen die Zeitsignale per Antenne: Damit entfällt das Einstellen der Zeit. Das Signal stammt vom deutschen Langwellensender DCF 77 bei Frankfurt, den Atomuhren steuern – genauer geht es kaum. saldo hat zwölf Funkwecker im Labor testen lassen. Neun Geräte können die Uhrzeit an die Wand oder Decke projizieren, einige verfügen über Thermometer oder Wetterfunktionen. Geprüft wurden Handhabung, Empfangseigenschaften, Stromverbrauch und Strahlung. Ein Glanzresultat erzielt keiner der Wecker. Der Grund: Alle Geräte geben zu viel Elektrosmog ab.

Für Wecker gibt es keine Norm, die Höchstwerte elektromagnetischer Strahlung festlegt. saldo orientiert sich bei der Bewertung der Strahlung an der schwedischen TCO-Norm, die für Bildschirmarbeitsplätze ausgelegt ist. Die Richtwerte sind streng, da man in der Regel längere Zeit vor dem Monitor verbringt. Auch Wecker stehen nahe beim Schlafenden und setzen diesen die ganze Nacht der Strahlung aus.

Im Abstand von 30 Zentimetern darf die elektrische Strahlung gemäss TCO-Norm den Wert von 10 Volt pro Meter im unteren Frequenzbereich nicht übersteigen. Die Wecker erreichen das Drei- bis Neunfache des Richtwerts. Schuld daran sind nicht die Geräte, sondern Kabel und Netzteil. Betreibt man die Geräte mit Batterien, ist keine Strahlung mehr messbar. Darum sollte man das Gerät nicht via Stromnetz, sondern mit Batterien betreiben. Bei zwei Modellen im Test ist das aber nicht möglich: Beim M-Electronics-Wecker und bei der Technoline LED Funkuhr.


Technoline-Modelle: Richtige Zeit erst nach vier Stunden

Zwei Wecker verbrauchen so viel Energie, dass sich der Betrieb mit Batterien kaum lohnt: TFA Thermo-Light Funkthermometer und Intertronic Color Weather Station. Bei ersterem müsste man den Batteriensatz 8 Mal pro Jahr wechseln, bei letzterem sogar 16 Mal. Die meisten Wecker lassen sich einfach in Betrieb nehmen und haben eine verständliche Gebrauchsanleitung. Schwierigkeiten machten die Technoline-Geräte. Beim Modell WT-535 dauerte es fast vier Stunden, bis der Wecker die richtige Zeit eingestellt hatte, das Modell WT-490 brauchte noch länger.

Bei einigen Weckern befinden sich die Einstelltasten an der Rückseite, was die Bedienung erschwert: Conrad Funkprojektionsuhr Nr. 671730, TFA Thermo-Light Funkthermometer, Oregon Scientific RM 309 P und EW 96. Coop schreibt, dass das Intertronic-Gerät durch ein Modell ersetzt werde, bei dem man Strahlung und Batterieverbrauch besser berücksichtigen wolle. Die Firma Brack will im Internetshop beim TFA-Thermo-Light-Wecker den Hinweis anbringen, dass man das Gerät nicht in Körpernähe oder auf dem Nachttisch benutzen soll.

Wichtig: Es gibt auch einen Schweizer Sender, der das Zeitsignal ausstrahlt. Er heisst HBG und steht in Prangins VD. Dieser Sender stellt Ende 2011 seinen Dienst ein. Deshalb sollte man beim Kauf eines Funkweckers darauf achten, dass er in der Lage ist, das Sendersignal DCF 77 zu empfangen. Die getesteten Wecker empfangen alle dieses deutsche Signal.


So wurde getestet

Das Labor PZT Testing Consulting Certification im deutschen Wilhelmshaven hat die Funkwecker nach folgenden Kriterien geprüft.

  • Handhabung: Zwei Experten beurteilten, wie einfach sich die Wecker in Betrieb nehmen lassen und wie verständlich die Bedienungsanleitung ist. Sie bewerteten auch, ob die Bedienung logisch aufgebaut und selbsterklärend ist und wie gut sich die Anzeige der Funkwecker tagsüber respektive nachts ablesen lässt.
  • Empfangseigenschaften: Die Fachleute haben gemessen, wie gut die Wecker die Funksignale empfangen können, auch wenn diese schwach sind.
  • Stromverbrauch: Bewertet wurde der Stromverbrauch bei normalem Netzbetrieb (ohne Uhrzeit-Projektion).
  • Strahlung: Anhand der für Bildschirme gültigen TCO’03-Norm mass das Labor, ob und wie viel elektromagnetische Strahlung die Funkwecker abgeben. Gemessen wurde die Strahlung in verschiedenen Frequenzbereichen sowie in zwei unterschiedlichen Abständen (30 und 50 Zentimeter).

29. November 2009 | Jeannette Büchel, Redaktion K-Tipp/saldo


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Funkwecker: Strahlungsquelle auf dem Nachttisch
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Kommentare (3)

 
  • ingvard | 11.12.2009, 21:53

    Ein fragwürdiger Test

    Warum testen Sie nicht Funkwecker die das schweizer Zeitzeichen HBG
    aus CH-1197 Prangins (VD) auf 75 kHz empfangen? (z.B. Irox swiss time)
    In den Sommermonaten kann HBG wegen den kürzeren Distanzen besser
    empfangen werden und ist weniger empfindlich auf atmospherische
    Störungen. Dieser Test ist nur in den Sommermonaten
    aussagekräftig. Im Sommer kann DCF77 manchmal über mehrere
    Tag nicht Empfangen werden.
  • dada28 | 08.12.2009, 14:25

    "Schadenfall"

    Wenn man Schlaflosigkeit als Schaden bezeichnet, kenne ich
    tatsächlich einige Leute. Ich bin bestimmt kein Freund von
    Batterien, muss aber gestehen, dass auch unser Wecker
    batteriebetrieben ist (und die hält JAHRE!).
    Übrigens stört mich eher das surren der Geräte im
    Standby...
  • peterk | 03.12.2009, 20:25

    Was soll die Aufregung?

    Was ist denn bloss in den K-Tipp gefahren? Jetzt soll ich also
    Batterien benützen deren Herstellung zig-fach ineffizienter ist
    als der Strom aus der Steckdose, die darüber hinaus giftig sind
    und die Umwelt verschmutzen? Und das nur um das bisschen Stahlung zu
    reduzieren, die sowieso unschädlich ist? (Oder kennt irgendjemand
    jemanden der nachweislich wegen seinem Radiowecket zu Schaden kam, und
    nicht durch allfällige Autosuggestion?)
Was sollen wir testen?
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