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Fusscremes pflegen die Füsse recht unterschiedlich. Das zeigt ein saldo-Test. Nicht alle gönnen den Füssen gleich viel Feuchtigkeit.
Trockene und schuppige Haut ist weniger attraktiv als glatte Haut. Und sie ist anfälliger für Risse und Infektionen. So wollen vor allem Frauen den Füssen Geschmeidigkeit, Feuchtigkeit und Frische verleihen. saldo hat zehn Fusscremes ins Labor geschickt. Die gute Nachricht: Keine der getesteten Cremes enthielt das krebserregende Konservierungsmittel Formaldehyd. In keiner wurden die für Allergiker bedenklichen Duftstoffe der Kategorie 1 und 2 oder Moschusverbindungen und Cashmeran gefunden (siehe unten).
Einige Fusscremes enthielten in geringen Mengen Duftstoffe der Kategorie 3 (Pedic Pflegecreme, Lacura Fussbalsam, Neutrogena Fusscreme). In den beiden Produkten Coop Naturaline Fusscreme und Cadeavera Fussbalsam waren grössere Mengen der ätherischen Öle Limonen und Linalool vorhanden. Weleda Fussbalsam enthielt sogar erhebliche Mengen Limonen, Linalool und Citral. Diese Stoffe können bei Personen mit sensibler Haut zu allergischen Reaktionen führen. Sie sind auf der Verpackung deklariert.
Verwirrend: Keine einheitliche Bezeichnung für Inhaltsstoffe
Irritierend: Die Inhaltsangaben auf den Verpackungen sind nicht einheitlich. Man darf sich nicht nur auf die Angaben in den Landessprachen verlassen, sondern wird mit wissenschaftlichen Listen auf Englisch oder sogar Latein konfrontiert. Das Gesetz sagt halt nur, dass die Stoffe auf der Verpackung aufzuführen sind. Aber nicht in welcher Sprache. Cadeavera Fussbalsam Lemonfresh enthält als einziges Produkt die umstrittenen Farbstoffe Chinolingelb und Acid Blue 9. Diese sind in kosmetischen Produkten zwar erlaubt. Sie stehen aber im Verdacht, sich beim Kontakt mit Schweiss in krebserregende Stoffe zu verwandeln, die in den Körper gelangen. Chinolingelb zerfällt zu Chinolin, das als krebserregend gilt, Acid Blue lagerte sich in Tierversuchen in Leber und Nieren ab. Die Drogerie Müller sieht darin kein Problem. Sie verweist darauf, dass die in ihrer Eigenmarke verwendeten Stoffe erlaubt sind.
Eucerin Repair: Der Testsieger befeuchtet die Haut sehr gut
Jedes der zehn Produkte im Test verspricht, trockene oder spröde Haut zu befeuchten, ihr Glätte oder Geschmeidigkeit zu verleihen und bei regelmässiger Anwendung Verhornungen abzubauen. saldo beauftragte das Labor, die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften der Cremes direkt an der Haut von Testpersonen zu prüfen. Sehr gut schnitten Eucerin Repair, Tal Fusspflege und Neutrogena Fusscreme ab. Gut war die Scholl Feuchtigkeitscreme. Diese Pflegeprodukte verdoppelten die Feuchtigkeit der Haut sofort. Mit Eucerin war die Haut nach 2 Stunden sogar um zusätzliche 135 Prozent hydriert. Nach 6 Stunden war die Haut mit diesen Pflegeprodukten rund 80 Prozent intensiver befeuchtet als ohne Behandlung. Fünf weitere Cremes wurden mit «genügend» bewertet. Sie hydrierten die Haut von Anfang an etwa halb so stark wie die guten Produkte. Nach 6 Stunden nahm die pflegende Wirkung merklich ab. Cadeavera Fussbalsam Lemonfresh von Drogerie Müller verspricht zwar eine 12 Stunden anhaltende Wirkung, doch nach 6 Stunden versah das Produkt die Haut mit nur 16 Prozent mehr Feuchtigkeit als ohne Behandlung. Drogerie Müller meint dazu, das Balsam habe «eine ausgezeichnete pflegende Wirkung».
Weleda: Zu wenig hydrierend bei Schrunden und Hornhaut
Weleda Fussbalsam brachte der Haut von Anfang an kaum Feuchtigkeit: Nach 2 Stunden lag die Hydration bei 17 Prozent, nach 6 Stunden sogar nur noch bei 4 Prozent. Michael Leuenberger, Sprecher von Weleda, erklärt: «Bei diesem Produkt handelt es sich um eine fettarme Creme, die nicht Feuchtigkeit spendet, sondern die Geschmeidigkeit der Haut erhält.» Zudem soll sie gegen Schrunden und Schwielen vorbeugen. saldo bewertete Weleda Balsam mit dem Urteil «ungenügend», weil die Konsumentin von einer Fusspflegecreme feuchtigkeitsspendende Eigenschaften erwartet. Denn die Verpackungsangaben versprechen, «Schrunden und Hornhaut» zu verhindern – und dazu ist deutlich mehr Feuchtigkeit nötig.
Fachleute wie zum Beispiel Verena Kron von der Zürcher Diabetes Gesellschaft empfiehlt, die Füsse bereits in jungen Jahren regelmässig zu pflegen: «Es braucht keine Erkrankung wie Diabetes. Mit zunehmendem Alter wird die Haut an Beinen und Füssen trockener.» Bereits 40-Jährige hätten trockenere Haut. Auch Badezusätze oder falsche Ernährung könnten in jungen Jahren zu ausgetrockneter Haut führen. Ihren Patienten empfiehlt Verena Kron Cremes mit Harnstoff und ohne Duftstoffe. Parfüms seien weniger gut verträglich und trockneten die Haut schneller aus.
So wurde getestet
Das Labor hat die zehn Fusscremes auf bedenkliche Inhaltsstoffe und pflegende Eigenschaften untersucht.
Inhaltsstoffe: Folgende Substanzen hätten zu einem Abzug von einer Note in der Gesamtwertung geführt:
Folgende Inhaltsstoffe sind für einige Allergiker heikel:
Pflegende Eigenschaften: Das Labor testete die Cremes an zehn Probandinnen zwischen 22 und 70 Jahren mit unterschiedlichen Hauttypen. Jede Frau bekam eine genau festgelegte Menge von jeder Creme auf eine gleich grosse Fläche Haut aufgetragen. Nach 2, 4 und 6 Stunden überprüfte das Labor, wie viel Feuchtigkeit die behandelten Stellen aufwiesen. Diese Werte verglichen die Experten mit Stellen, die nicht eingecremt waren. Die Bewertung berücksichtigt die Hydration der Haut mit und ohne Creme, die feuchtenden Eigenschaften der Produkte und die Dauer der Feuchtigkeitsspende.
Tipps: So bleiben die Füsse geschmeidig
28. Februar 2009 | Irène Mayr, Redaktion K-Tipp/saldo
