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nicht, dass ich meine Tochter gelobt hätte. Die Füsse gehören auf den Boden und nicht auf die Sitzbänke. Das weiss sie ganz klar und sieht das Fehlverhalten ein. Aber wenn ein Mädchen mit 15 Jahren, aufgelöst und erzürnt nach Hause kommt und erzählt:"ich bin als einzige von vier Freundinnen, welche alle den gleichen Mist gemacht haben, von den Leuten der SBB echt mies behandelt worden und musste eine Busse bezahlen:" (Quittung, Verschmutzung ohne Beschädiung) dann wirft das schon Fragen auf. Nachgehackt kommt dann heraus, dass sich die Kontrolleure stark im Tonfall vergriffen hatten. "Die andere soll die Busse sofort zahlen". Mit 15 Jahren sind Jugendliche noch unsicher, bei meiner Tochter ist das so. Die vier Mädchen erzählten mir unisono, dass auch gar keine Verschmutzung stattgefunden hatte, sondern die Sitze schon unsauber waren und es so aussah, als dies nicht erst seit einem Tag der Fall gewesen sein konnte. Ich frage mich, warum wird ohne Personalienaufnahme und Kontaktierung der Erziehungsverantwortlichen eine Busse ausgesprochen und die sofortige Bezahlung mit Nachdruck verlangt. Meine Tochter ist sehr dunkelhäutig und ich muss ehrlich sagen, ich werde den Verdacht nicht los, dass die art- und weise wie sie behandelt wurde, etwas damit zu tun hat. Die SBB verweigert in zwei email-Antworten das Gespräch mit mir. Ich bin über diese Gesprächsverweigerung echt sauer und ich finde das eigentlich richtig unakzeptabel. Kann mir jemand einen Tip geben ob es eine Anlaufstelle dafür gibt? Danke
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Natürlich gehören die Füsse nicht auf die Sitzbank,
also zumindest nicht in den Schuhen. Bei längeren Reisen, ich
gebe es offen zu, habe ich auch schon die Schuhe ausgezogen, eine
Zeitung hingelegt, und meine Füsse draufgelegt. Gesagt hat
niemand was. Und falls doch hätte ich halt meine füsse
wieder runtergenommen. Eine Busse hätte ich mich geweigert zu
zahlen. Eine Busse auszusprechen halte ich allerdings für
unverhältnismässig. Angemessen wäre eine Ermahnung die
Füsse sofort runterzunehmen und das in einem anständigen
Ton. Ob es rechtlich gesehen ok ist eine Busse auszusprechen bezweifle
ich. Ich denke eher das der zuständige Kontrolleur das Geld in
die eigene Tasche gesteckt hat und die angebliche Busse erfunden hat.
Ihre Tochter müsste bei einer gerechtfertigten Busse auch eine
Quittung erhalten haben. Falls nicht würde ich auch gleich bei
der Beschwerde eine solchige verlangen. Falls die Busse wirklich
rechtens war muss ein Eintrag vorhanden sein, falls nicht würde
ich mal fragen ob sich die Kontrolleure evtl. einen Zustupf
verschaffen. Das die Hautfarbe dabei eine Rolle gespielt hat glaube
ich sofort. Der Fremdenhass in der Schweiz hat ein Ausmass angenommen
bei dem ich mich echt langsam schämen muss. Ich an Ihrer Seite
würde weiter Reklamieren, am besten auch Anrufen anstatt ein
Email zu schreiben und wenn die Person am Telefon nicht mit ihnen
sprechen müsste den Vorgesetzten verlangen und wenn das nicht
geht ganz einfach persönlich bei der SBB vorbeigehen. Wie
gesagt, die Füsse gehören nicht auf die Sitzbank, aber man
kann auch anständig und höflich darauf hinweisen ohne sich
so aufzuführen und Teenagern Angst einzujagen.
Lieber Sirio diese Geschicht kenne auch ich schon aus meiner
Schulzeit, glaube nicht ales was deine Tochder dir ertzählt. Aber
auch ich bin der meinung Füsse geöhren nicht auf den Sitz
und fertig.
ja, ja.... diese "Negerli"-Erzählung gibt es in allerlei
Varianten und ist uralt.... Fakt ist: Füsse ob mit oder ohne
Schuhe, ob getragen von schwarz, weiss, gelb oder welche Hautfarbe
auch immer ... gehören nicht auf die Sitzbank... und sich als
"Opfer" wegen der Hautfarbe zu empfinden ist schichtweg eine billige
Ausrede.... Auch "Weisse" müssen für sich selbst
gefühlte Ungerechtigkeiten erleben... das gehört zum Leben
dazu...
Ich selbst ärgere mich täglich über Jugendliche, die
ihre Schuhe auf den Stoffsitzen (nicht Sitzbänken) der Züge
legen (es soll mir niemand sagen, ich solle sie darauf ansprechen,
denn dere Erziehung erachte ich nicht als meine Aufgabe). Hier geht es
aber um etwas anderes. Aufgrund ihrer Schilderungen halte ich es als
durchaus plausibel, dass die Hautfarbe Ihrer Tocher beim Geschehen
eine Rolle gespielt hat. Wenn dabei aber keine eindeutigen Bemerkungen
gefallen sind, wüsste ich zum weiteren Vorgehen leider auch kein
Rat. Dafür kann ich ein Müsterli erzählen, das meine
Tochter (als unbeteiligte) vor einigen Monaten erlebt hat. Im selben
Abteil wie sie sass ein dunkelhäutiger Mann, der bei einer
Billetkontrolle sein Ticket nicht auf Anhieb finden konnte, worauf die
Kontrolleurin fragte: "Het 'z Negerli kes Billet?". Die Antwort des
Mannes kam in reinstem Berndeutsch: "'z Negerli het es Billet u
schaffet bir Fachsteu für Rassismusbekämpfig". Die
Fortsetzung hat meine Tochter dann nicht mehr mitbekommen.
