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papageno5 | 29.02.2008, 14:23

Kontinuierlicher Imageverlust der SBB

 

Am letzten Sonntag kamen meine siebenjährige Tochter und ich in eine Fahrscheinkontrolle in der S-Bahn Zürich –Rapperswil. Ich hatte den Fahrschein korrekt gelöst doch wie sich bei der Kontrolle herausstellte, war das Juniorenabo um 11 Tage abgelaufen. Die Kontrolleurin gab uns eine Fahrscheinbusse von Fr. 80.-und behandelte uns wie Schwarzfahrerinnen, mich und meine sieben jährige Tochter.

Trotz eines korrekten Fahrscheines und mit ehrlichen Absichten werden wir fürs Schwarzfahren gebüsst? Das konnte meine Tochter nicht verstehen.



Auf meinen Vorschlag hin, das Juniorenabo rückdatierend zu erneuern, wurde ich darüber informiert, dass meine Tochter sowieso das ganze Jahr gratis fahre und ich auch mit dieser lapidaren Busse von Fr. 80.- keinen kostendeckenden Beitrag täte. Mit anderen Worten: Soviel Gratisfahren soll nun auch bezahlt werden.

Ich bin mir nicht sicher ob hier die günstigen Juniorenabos durch Bussengelder auf gepeppt werden sollen. Sicher jedoch bin ich mir, dass dieses harte Vorgehen der SBB kein gutes Image für die Bahn der Zukunft sein wird.



Einen Tag später wendete ich mich dann, auf Grund der Empfehlung einer Bahnhofsangestellten, an die Inkassostelle der SBB AG, um einen möglichen Bussenerlass, durch das Versichern meiner ehrlichen Absichten, zu erwirken. Leider stiessen dort meine Ehrlichkeitsbeteuerungen auf taube Ohren und ich wurde nicht nur als potenzielle Schummlerin angeschwärzt sondern gleich auch mit einer Ladendiebin verglichen. Das war mir dann doch zu viel. Diese allzu persönliche Interpretation über meine Absichten die Bahn zu schädigen, liess mich das Gespräch mit einem Abschiedsgruss abrupt beenden.

Tja, auch hier wurde mir dann klar, dass bei der SBB gespart werden muss, nicht nur im Bussensektor sonder auch an den professionellen Kommunikationsstellen, die nun durch BuchhalterInnen (Inkassocenter) ersetzt wurden. Schade für das Image der SBB, wenn die BuchhalterInnen der Kundschaft klar zu machen versuchen, dass diese Ladendiebe und Schwarzfahrer sein müssten, da sie ja eine Busse erhalten haben.

Von einem Unterschied zwischen einer Jahresaboverlängerung, die sogar zurückdatiert werden könnte, und dem absichtlichen Nichtlösen eines obligatorischen Fahrscheins, wollen die SBB offensichtlich nichts wissen. Wie die Buchhalterin sagt, es sind alles Diebe, obwohl sich durchaus eine ehrliche Haltung nachvollziehen lassen könnte.

Einfach schade, dass das ehemals so gute Image der Bahn (siehe Beiträge im Internet unter Kassensturz, Beobachter usw.) nun tatsächlich einer kleinbürgerlichen Kurzsichtigkeit in der so internationalen Schweiz zum Opfer fallen muss. Dass alles einst mit einer familienfreundlichen Marketingstrategie begonnen hat, um die Familien in den öffentlichen Verkehr einzubinden, hat vermutlich Herr Benedikt Weibel mit seinen persönlichen Akten aus dem Direktionszimmer entfernt.

Wirklich schade!

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Antworten (7)

 
  • RJung | 30.07.2010, 08:28

    Moment mal

    @Watchdog. Ist das eigentlich Dein Vor- oder Nachname? Mir ist
    eingefallen, das ich das Ticket für den Aufpreis ja nur für
    diese eine Fahrt gekauft habe. Offensichtlich kann man es wohl auch
    für eine andere Fahrt nutzen? Spätestens dann könnte
    dem schlauen Kontrolleur auffallen, das dieses Aufpreisticket bereits
    für eine andere Fahrt benötigt wurde (steht ja dann auf dem
    Ticket). Dann wäre es völlig richtig jemanden dafür zu
    betrafen. Aber es nicht einem schon im Vorfeld unterstellen. Oder
    nicht?
  • RJung | 29.07.2010, 16:44

    absichtlich?

    @Moment mal Warum bitte, sollte ich denn absichtlich das abstempeln
    vergessen? Zumal ich ja dafür bezahlt habe? Wenn ich schummeln
    wollte, würde ich mich einfach in die 1. Klasse setzen und hoffen
    das niemand kontrolliert. Was ja oft vorkommt. Und wenn doch jemand
    kommt zahle ich halt eben den Aufpreis. Und genau so werde ich das in
    Zukunft auch handhaben, sollte ich nochmals einen Klassenwechsel
    machen wollen. Was mich stört ist vor allem das einem unterstellt
    wird, dass man betrügen wollten. Also Absicht! Aber hey; nur weil
    ich männlich bin, heiss das noch lange nicht das ich ein
    potentieller Vergewaltiger bin. Oder so? Es hat ja einen Grund warum
    ich 1. Klasse upgedated habe. Und unter 1. Klasse "Service" verstehe
    ich auch das man schon mal etwas von Kulanz wenigstens gehört
    hat. Ich war müde, halb durchnässt in FlipFlops unterwegs
    und habe ich mehrfach höflichst entschuldigt. UND es besteht kein
    Grund das mich der Kontrolleur deshalb mega aggressiv anmacht. Es sei
    denn er unterstellt mich eben von vorne herein pure Absicht. Sorry,
    mit erste Klasseservice hat das nichts zu tun. Und wie ich eben
    gelesen habe, bin ich nicht der einzige das so sieht. Janu.

  • Watchdog | 29.07.2010, 15:30

    Moment mal

    @Rjung: Und das ist auch richtig so dass sie gebüsst wurden.
    Woher will denn der Zugbeleiter wissen dass sie den Stempel nicht
    absichtlich "vergessen" haben?? Somit ist es völlig
    korrekt das in diesem Fall gebüsst wird. Was mich eher stört
    ist folgendes. Ich habe schon mehrmals erlebt dass Jugendliche, die
    z.B. ihr Halbtax vergessen haben gebüsst wurden währenden
    bei ein Erwachsenen doch öfters ein Auge zugedrückt wird.
  • RJung | 29.07.2010, 12:42

    Aufpreis 1. Klasse

    Wenn man vergisst einen bezahlten Aufpreis abzustempeln, wird man auch
    gebusst. Weil einem Unterstellt wird, das man betrügen wollte.
    Das war eine klare Aussage vom Kontrolleur als auch von der
    Inkassostelle. Ziemlich unverschämt!
  • Marlies_Bodmer | 30.07.2009, 11:46

    Für alle das gleiche Recht

    Aber egal - ich rege mich jetzt nicht mehr auf, ich freue mich auf das

    Musical heute Abend, das ich mir mit meinem liebsten Kollegen Edi

    Manser ansehen werde!!!
  • Marlies_Bodmer | 30.07.2009, 11:44

    Für alle das gleiche Recht

    Kürzlich war ich mit meinem Kollegen Edi Manser mit dem Zug
    unterwegs nach Zürich. Da fiel mir auf, dass gleich zwei Leute
    neben uns keine gültigen Tickets gelöst hatten. Einer wurde
    auch richtig ausfällig, worauf Edi schlichtend eingriff.
    Einerseits tun mir die Kontrolleure leid, die sich oft den
    Aggressionen von Fahrgästen ausgesetzt sehen und andererseits
    liegt es doch in der Verantwortung jedes Einzelnen dafür zu
    sorgen, dass er mit einem gültigen Billett unterwegs ist?
  • gumbo | 05.03.2008, 11:28

    Selbstkontrolle?

    Ich dachte immer, wenn man im Zug kein gültiges Billett hat,
    werden 80 Franken fällig. Warum wollen Sie nun eine Ausnahme,
    wenn doch alle Leute gleich kontrolliert werden (und hoffentlich auch
    gleichviel bezahlen müssen?). Tarifregeln werden von denen, die
    damit Probleme haben, immerzu als Schikane angeprangert.
    Verstehe ich nicht, Papagena.
    Gumbo
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