|
(7) |
Am letzten Sonntag kamen meine siebenjährige Tochter und ich in eine Fahrscheinkontrolle in der S-Bahn Zürich –Rapperswil. Ich hatte den Fahrschein korrekt gelöst doch wie sich bei der Kontrolle herausstellte, war das Juniorenabo um 11 Tage abgelaufen. Die Kontrolleurin gab uns eine Fahrscheinbusse von Fr. 80.-und behandelte uns wie Schwarzfahrerinnen, mich und meine sieben jährige Tochter.
Trotz eines korrekten Fahrscheines und mit ehrlichen Absichten werden wir fürs Schwarzfahren gebüsst? Das konnte meine Tochter nicht verstehen.
Auf meinen Vorschlag hin, das Juniorenabo rückdatierend zu erneuern, wurde ich darüber informiert, dass meine Tochter sowieso das ganze Jahr gratis fahre und ich auch mit dieser lapidaren Busse von Fr. 80.- keinen kostendeckenden Beitrag täte. Mit anderen Worten: Soviel Gratisfahren soll nun auch bezahlt werden.
Ich bin mir nicht sicher ob hier die günstigen Juniorenabos durch Bussengelder auf gepeppt werden sollen. Sicher jedoch bin ich mir, dass dieses harte Vorgehen der SBB kein gutes Image für die Bahn der Zukunft sein wird.
Einen Tag später wendete ich mich dann, auf Grund der Empfehlung einer Bahnhofsangestellten, an die Inkassostelle der SBB AG, um einen möglichen Bussenerlass, durch das Versichern meiner ehrlichen Absichten, zu erwirken. Leider stiessen dort meine Ehrlichkeitsbeteuerungen auf taube Ohren und ich wurde nicht nur als potenzielle Schummlerin angeschwärzt sondern gleich auch mit einer Ladendiebin verglichen. Das war mir dann doch zu viel. Diese allzu persönliche Interpretation über meine Absichten die Bahn zu schädigen, liess mich das Gespräch mit einem Abschiedsgruss abrupt beenden.
Tja, auch hier wurde mir dann klar, dass bei der SBB gespart werden muss, nicht nur im Bussensektor sonder auch an den professionellen Kommunikationsstellen, die nun durch BuchhalterInnen (Inkassocenter) ersetzt wurden. Schade für das Image der SBB, wenn die BuchhalterInnen der Kundschaft klar zu machen versuchen, dass diese Ladendiebe und Schwarzfahrer sein müssten, da sie ja eine Busse erhalten haben.
Von einem Unterschied zwischen einer Jahresaboverlängerung, die sogar zurückdatiert werden könnte, und dem absichtlichen Nichtlösen eines obligatorischen Fahrscheins, wollen die SBB offensichtlich nichts wissen. Wie die Buchhalterin sagt, es sind alles Diebe, obwohl sich durchaus eine ehrliche Haltung nachvollziehen lassen könnte.
Einfach schade, dass das ehemals so gute Image der Bahn (siehe Beiträge im Internet unter Kassensturz, Beobachter usw.) nun tatsächlich einer kleinbürgerlichen Kurzsichtigkeit in der so internationalen Schweiz zum Opfer fallen muss. Dass alles einst mit einer familienfreundlichen Marketingstrategie begonnen hat, um die Familien in den öffentlichen Verkehr einzubinden, hat vermutlich Herr Benedikt Weibel mit seinen persönlichen Akten aus dem Direktionszimmer entfernt.
Wirklich schade!
Antworten (7) |
|
@Moment mal Warum bitte, sollte ich denn absichtlich das abstempeln
vergessen? Zumal ich ja dafür bezahlt habe? Wenn ich schummeln
wollte, würde ich mich einfach in die 1. Klasse setzen und hoffen
das niemand kontrolliert. Was ja oft vorkommt. Und wenn doch jemand
kommt zahle ich halt eben den Aufpreis. Und genau so werde ich das in
Zukunft auch handhaben, sollte ich nochmals einen Klassenwechsel
machen wollen. Was mich stört ist vor allem das einem unterstellt
wird, dass man betrügen wollten. Also Absicht! Aber hey; nur weil
ich männlich bin, heiss das noch lange nicht das ich ein
potentieller Vergewaltiger bin. Oder so? Es hat ja einen Grund warum
ich 1. Klasse upgedated habe. Und unter 1. Klasse "Service" verstehe
ich auch das man schon mal etwas von Kulanz wenigstens gehört
hat. Ich war müde, halb durchnässt in FlipFlops unterwegs
und habe ich mehrfach höflichst entschuldigt. UND es besteht kein
Grund das mich der Kontrolleur deshalb mega aggressiv anmacht. Es sei
denn er unterstellt mich eben von vorne herein pure Absicht. Sorry,
mit erste Klasseservice hat das nichts zu tun. Und wie ich eben
gelesen habe, bin ich nicht der einzige das so sieht. Janu.